Iran begann mit angekündigten Raketentests

Bei einem Marinemanöver wurden Mittelstreckenraketen abgeschossen. Ölblockaden am Persischen Golf sind nicht geplant.

Teheran – Der Iran hat am Sonntag mit zuvor angekündigten Raketentests begonnen. Im Rahmen eines Marinemanövers nahe der Seestraße von Hormuz feuerte die Armee eine Mittelstreckenrakete ab, wie der für die Übung zuständige Moussavi laut Nachrichtenagentur IRNA sagte.

Die getestete Boden-Luft-Rakete verfüge über „die neueste Technologie, um für Radarsysteme unsichtbare Ziele und intelligente Systeme abzuwehren, die versuchen, die Flugbahn einer Rakete zu stören“, sagte Moussavi. Seinen Angaben zufolge wurde der getestete Raketentyp im Iran „entwickelt und hergestellt“.

Teheran hatte am Freitag angekündigt, im Rahmen eines seit dem 24. Dezember stattfindenden Marinemanövers in der Seestraße von Hormuz Raketen verschiedener Reichweiten testen zu wollen. Die Tests hätten ursprünglich bereits am Samstag beginnen sollen. Dann teilte die iranische Armee jedoch mit, erst „in den kommenden Tagen“ damit beginnen zu wollen.

Den Tests war ein verbaler Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran vorausgegangen. Irans Vizepräsident Rahimi sagte am Dienstag, im Falle der Verhängung weiterer Sanktionen gegen den Iran im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm werde die für Öltransporte wichtige Meerenge von Hormuz blockiert. Die USA kündigten an, eine Blockade nicht hinnehmen zu wollen.

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Der Iran hat nach Angaben des stellvertretenden Marinekommandeurs Mahmoud Moussavi nicht die Absicht, die für Öltransporte wichtige Meerenge von Hormuz zu blockieren. Ein solcher Schritt sei nur denkbar, wenn sein Land dazu gezwungen werde, sagte der Admiral am Sonntag der Nachrichtenagentur ISNA.

„Wir treten für Frieden, Sicherheit und freien Schiffsverkehr ein, nicht für die Sperrung der Straße von Hormuz“, sagte Moussavi weiter. Allerdings warnte er: „Sollten unsere Interessen dort gefährdet werden, würden auch die Interessen anderer Staaten am Golf gefährdet.“

Angesichts einer möglichen Ausweitung der Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms hatte Teheran in den vergangenen Tagen mit einer Blockade der Straße von Hormuz gedroht. Durch das Nadelöhr am Ausgang des Persischen Golfes fahren Tanker rund 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls. Die USA haben angekündigt, eine Blockade der Meerenge nicht zuzulassen.

Bereits am Samstag schlug Teheran jedoch einen versöhnlicheren Ton an und erklärte sich zur Wiederaufnahme der internationalen Gespräche über sein Atomprogramm bereit. Die Gespräche zwischen dem Iran und Vertretern der fünf UNO-Vetomächte USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands liegen seit fast einem Jahr auf Eis.

Im Zentrum des Atomstreits steht die Urananreicherung, denn angereichertes Uran kann für zivile Zwecke, aber auch zum Bau von Atombomben genutzt werden. Der Iran versichert, Atomenergie nur für friedliche Zwecke zu nutzen. (APA/AFP/dpa)


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