Die Liebste "einkochen" mit Gewürzen für 1001 Nacht
Sie sind die Seele der arabischen Kochkunst, machen Mahlzeiten zum Fest der Sinne und wirken fast alle aphrodisierend: ein Valentinstagsessen mit arabischen Gewürzen – wie geschaffen zum „Einkochen“ der Liebsten.
Von Michaela Spirk-Paulmichl
Innsbruck –Die Gerichte tragen Namen wie „lustvolles Huhn“ mit „Reis zum Träumen“, „hitzige Liebesröllchen“, „Liebesdip“, „Joghurt der Verführung“ oder „erotischer Milchreis“. Ihr Geheimnis: Ihnen wurden ausgesuchte Gewürze beigemengt, die anregend wirken. Die Innsbruckerin Verena Falkner hat in ihrem Buch „Arabische Liebesgewürze – kleine Geheimnisse aus der arabischen Küche“ – 30 vielversprechende Rezepte mit den „Düften des Paradieses“ zusammengetragen, wie Gewürze im alten Arabien genannt wurden.
Ausführliche Informationen über die verwendeten Gewürze verraten, dass Muskat die Libido steigere und die Potenz fördere. Falkner: „Der Volksmund sagt ,Muskat und Wein, und du bist mein‘.“ Ingwer gelte als Aphrodisiakum, weil er „Hitze“ und „Feuer“ mit sich bringe. Kreuzkümmel wiederum bewirke, dass der Partner treu bleibt. Bei Zimt halte sich das Gerücht, dass Frauen nach dem Genuss verführerischer wirken. „Vermutlich weil der Körper stärker durchblutet wird.“
Die Ideen für die Gerichte in ihrem ganz speziellen Gewürzbuch und im Kochbuch „Der Duft des Paradieses – Große Geheimnisse der arabischen Küche“ mit 120 Rezepten entstanden bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in den Arabischen Emiraten. Dort durfte die Innsbruckerin einen Blick in die Töpfe von arabischen und libanesischen Haubenköchen werfen – eine große Ehre, wie sie sagt.
Zurück in Tirol, hielt Falkner Vorträge über ihr Leben in den Emiraten. Dabei nahm sie immer wieder Kostproben der arabischen Küche mit, die so gut ankamen, dass sie häufig nach Rezepten gefragt wurde. Bevor diese nun in Buchform erscheinen, probierte die Tirolerin alle Rezepte selbst aus. Monatelang bekochte sie Freunde und Familie, testete und variierte, dass sich die Tische bogen und brachte so die Atmosphäre von 1001 Nacht in ihre Wohnung. Auf der Suche nach den besten Gewürzen stieß sie auf einen Salzburger Gewürzhändler, mit dem sie gemeinsam in den kommenden Wochen eine eigene Gewürzlinie auf den Markt bringen will. Näheres unter verenafalkner.at oder www.spiceworld.at.
Die Zutaten und Gewürze für die arabischen Speisen seien in den meisten Lebensmittelgeschäften erhältlich, sagt die Autorin, die ihre beiden Kochbücher demnächst auf der Buchmesse in Abu Dhabi vorstellen wird. Für alle, die sich für die arabische Küche interessieren, hat sie zwei Tipps: Die Gewürze sollten generell sparsam verwendet werden. Und: Die Speisen sollten mit Liebe zubereitet werden – „denn dann ist eigentlich jedes Gericht ein Liebesgericht“. Die Bücher sind erschienen im Berenkamp-Verlag Wattens-Wien.
Kommentare