„Ich bin nicht von Selbstzweifeln zerfressen“

Es gibt in Innsbruck wohl kaum wen, der mehr Wohnungen gesehen hat, als SP-Bürgermeisterkandidatin Marie-Luise Pokorny-Reitter.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Diese Mieter haben gut lachen. Schließlich haben sie eine städtische Wohnung bekommen. Und vielleicht geht auch deshalb die Türe um eine Spur schneller auf, wenn Marie-Luise Pokorny-Reitter klingelt. Die Bürgermeisterkandidatin der Innsbrucker Sozialdemokraten für den 15. April lässt sich auf einen Kaffee hereinbitten. Es gibt wohl kaum einen Politiker in Innsbruck, der schon mehr Wohnungen von innen gesehen hat, als die amtierende Wohnungsstadträtin.

Dabei war es ein anderes „finsteres Notstandsgebiet“, das sie erstmals politischen Kontakt mit der SPÖ aufnehmen ließ. Berufstätige Frau sein und Kinder zu haben – „da hat es damals de facto nichts gegeben“, sagt Pokorny-Reitter, die zwischen 1985 bis 2000 Geschäftsführerin des Vereins Frauen im Brennpunkt war. 1994 stieg sie dann in die Politik ein. Als Quereinsteigerin an vierter Stelle. Drei Tage habe sie Zeit gehabt, sich zu entscheiden. Beruf und Familie? Für sich selbst, sagt Pokorny-Reitter, habe sie das gut umsetzen können.

Kraft ihres Amtes ist die 61-Jährige mit vielen persönlichen Schicksalen konfrontiert. Abschalten ist da nicht immer leicht. „Ich bin ein Arbeitstier.“ Lebensmitteleinkauf am Wochenende und das liebgewonnene Ritual, sonntagabends für die ganze Familie zu kochen – das sei ihre ganz persönliche „Energiequelle“, blitzt in der Politikerin bereits die Vorfreude auf das nächste gemeinsame Essen auf. Dazu ein bisschen Gartenarbeit, wandern und in den eigenen vier Wänden um- und aufzuräumen.

Da wie dort gilt für Pokorny-Reitter ein Leitbild: „Es ist immens wichtig, sich zu entscheiden. Lange hin und her zu überlegen, ist nicht mein Ding.“ Deshalb sei sie auch nicht von Selbstzweifeln zerfressen. Wer falsch entschieden habe, müsse eben überlegen, wie es zu ändern sei.

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Lehrlinge. Auch so ein Steckenpferd der SP-Politikerin. Nicht nur im Wahlkampf stehen deshalb Firmenbesichtigungen auf dem Programm. Wo sieht sie sich 2018, wenn die kommende Gemeinderatsperiode schon wieder Geschichte sein wird? In ihrem Garten, eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch in der Hand: „Und in der Erwartungshaltung, dass die Politik in meiner tatsächlichen Ausführung keine große Rolle mehr spielt.“ Das Jetzt sieht anders aus. Da will Pokorny-Reitter noch einmal durchstarten.


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