24 Verletzte bei Doppelanschlag auf Markt im Norden Afghanistans

Über die Hälfte der Opfer sind Schulkinder. Zu den Anschlägen bekannte sich noch niemand.

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Kundus – Bei einem Doppelanschlag im Norden Afghanistans sind am Montag mindestens 24 Menschen verletzt worden. Bei den meisten Opfern handelte es sich nach offiziellen Angaben um Zivilisten, darunter auch viele Kinder. Die Explosionen ereigneten sich den Angaben zufolge kurz nacheinander auf einem Markt in der Provinz Baghlan, die sonst als vergleichsweise sicher gilt.

Der erste Sprengsatz, der auf dem Markt in der Ortschaft Baghlan-e-Markazi hochging, verletzte mehrere Zivilisten, wie Behördenchef Amir Gul sagte. Als Sicherheitskräfte am Anschlagsort eintrafen, ging eine weitere Bombe hoch. Insgesamt wurden nach Angaben eines Arztes 24 Verletzte ins Krankenhaus gebracht, darunter 13 Schulkinder und sieben Sicherheitskräfte.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand, die Vorgehensweise weist jedoch auf die radikalislamischen Taliban hin. Die Taliban bekämpfen seit 2001 die vom Westen gestützte Regierung von Präsident Hamid Karzai.

Die NATO-Truppe ISAF äußerte sich unterdessen zu Anschlägen afghanischer Sicherheitskräfte auf NATO-Soldaten in Afghanistan. Obwohl solche Vorfälle insgesamt selten seien, hätten sie große Auswirkungen auf die „Moral“ der Truppe, sagte ISAF-Sprecher Carsten Jacobson in Kabul.

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In Afghanistan werden immer wieder ISAF-Soldaten durch Angreifer in der Uniform der afghanischen Armee und Polizei getötet. In diesem Jahr kamen bereits 17 NATO-Soldaten bei zehn solcher Attacken ums Leben. Im Jänner wurden im Osten des Landes vier französische Soldaten von einem Uniformierten erschossen.

Nach Angaben von NATO-Sprecher Jacobson stehen hinter den Angriffen jedoch nicht die Taliban, wie von den Aufständischen behauptet. Es handle sich jeweils um ganz „individuelle Fälle“ und die Angreifer hätten unterschiedliche Motive wie Stress, Erschöpfung, familiäre oder finanzielle Probleme. (APA/AFP)


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