AK rät zu Vorsicht bei Zinsaufschlägen für Neukredite

Das allgemeine Zinsniveau sei in den vergangenen Monaten gesunken, die Aufschläge dagegen bei einigen Banken gestiegen, zeigt eine Studie der Arbeiterkammer.

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Wien - Die Arbeiterkammer rät Kunden bei Neukrediten zur Vorsicht bezüglich der Zinsaufschläge. Das allgemeine Zinsniveau gemessen etwa am 3-Monats-Euribor sei in den vergangenen Monaten gesunken, die Aufschläge dagegen bei einigen Banken gestiegen. Einmal ausgemacht, würden diese Zuschläge über die gesamte Laufzeit mitgeschleppt, so Gabriele Zgubic, Leiterin der Konsumentenpolitik in der AK Wien, heute, Montag, in einer Pressemitteilung. „Steigen dann noch die Zinsen, wird der Kredit empfindlich teurer.“ Geraten wird zu einem genauen Vergleich und zum Verhandeln.

Der Zinssatz für einen Kredit setzt sich aus einem Zinssatz am Kapitalmarkt wie etwa dem 3-Monats-Euribor plus einem Aufschlag zusammen, dessen Höhe die Bank festlegt.

Eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag der AK hat für den Zeitraum Juni 2011 bis Februar 2012 Steigerungen der Aufschläge bei einigen der untersuchten Kreditinstitute ergeben. Bei manchen blieben sie unverändert, einige Banken hätten keine Aufschläge gemeldet oder dies nur teilweise getan. Die Erhöhungen der Ausgabeaufschläge bei Hypothekarkrediten lagen bei vier Banken zwischen 0,605 Prozentpunkten und 0,02 Prozentpunkten, geht aus der Aussendung hervor. Bei Konsumkrediten beträgt die Bandbreite demnach bei fünf Instituten 0,910 bis 0,25 Prozentpunkte.

Ein um 0,1 Prozentpunkte erhöhter Zinsaufschlag bedeute bei einem 100.000-Euro-Kredit mit einer Laufzeit von 20 Jahren eine Mehrbelastung von insgesamt rund 1.250 Euro, heißt es in der Pressemitteilung. Bei einem Konsumkredit über 20.000 Euro mit fünfjähriger Laufzeit schlage sich ein um 0,2 Prozentpunkte höherer Aufschlag mit 110 Euro nieder.

Wenn Banken an der Kredit-Zinsschraube drehten, sollten Kreditnehmer beim Vergleichen und Verhandeln besonders hartnäckig sein. Der Aufschlag und damit der gesamte Soll-Zinssatz seien verhandelbar, allerdings stark von der Bonität des Kreditkunden abhängig. Geraten wird, mehrere Angebote einzuholen. Die Banken müssten ein Musteroffert aushändigen, der Kunde habe zudem ein Recht auf einen kostenlosen Kreditvertragsentwurf.

Die Anpassungen bei den Zinsen sollte man sich vom Bankberater genau erklären lassen, denn die Zinsgleitklauseln bestimmten, wie oft und wann der Vertragszinssatz an die Leitzinsen angeglichen wird. Achten sollten die Kunden unter anderem auch auf Nebenkosten. (APA)


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