Raiffeisen-Boss Konrad räumt bis Ende Juni seinen Platz

Im Raiffeisen-Konzern geht im Juni dieses Jahres die Ära Konrad zu Ende. Der mächtige Raiffeisen-General Christian Konrad geht in Pension, seine Ämter werden aufgesplittet.

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Wien – Der mächtigste Raiffeisen-Manager zieht sich in die Pension zurück. Noch vor Sommerbeginn gibt Christian Konrad seine Ämter als Raiffeisen-Generalanwalt und als Obmann der Raiffeisen Holding ab. Die Weichen für seine Nachfolge werden im Mai und Juni gestellt.

Laut einem Bericht des Wirtschaftsblatts sollen Konrads Funktionen künftig auf zwei Personen aufgeteilt werden. Bei der Generalversammlung des Raiffeisenverbandes am 25. Juni soll Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank, die Agenden des Generalanwalts des Giebelkreuz-Konzerns übernehmen – zwei Jahre vor Ablauf dessen Amtsperiode. Der Raiffeisen-Generalanwalt ist das höchste Amt im Raiffeisen-Reich, zu dem auch die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) gehört.

Neuer Obmann der Raiffeisen-Holding-Genossenschaft, unter der die über 720 Unternehmensbeteiligungen der Raiffeisen-Gruppe gebündelt werden, soll Erwin Hames­eder, Chef der RLB Niederösterreich-Wien und Geschäftsleiter der Holding, werden. Hameseder werde sich laut dem Zeitungsbericht im Mai von seinen operativen Aufgaben zurückziehen und dem 68-jährigen Konrad in der Holding nachfolgen. Bei den Generalversammlungen der Raiffeisen Holding und der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien am 4. Mai soll der Weg für Hameseder freigemacht werden.

In der Raiffeisen Holding hat die Giebelkreuz-Gruppe mehr als 700 Milliarden schwere Beteiligungen wie sämtliche Raiffeisen-Landesbanken, die Strabag, den Zuckerfabrikanten Agrana, den Molkereikonzern NÖM, die Leipnik-Lundenburger Mühlen, den Versicherungsriesen Uniqa sowie Medien wie Kurier, News, Profil oder Sat.1 Österreich zusammengefasst.

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Christian Konrad, der als einflussreichster Netzwerker des Landes zwölf Jahre als Holding-Obmann tätig war, wird zu den Personalrochaden mit den Worten „interessante Spekulation“ zitiert. „Die Generalversammlungen werden entscheiden“, stellte Konrad klar, darüber hinaus gab es keinen Kommentar.

Bis zuletzt war auch der frühere ÖVP-Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll als potenzieller Nachfolger von Konrad gehandelt worden. Pröll ist seit 1. Juli 2011 als Vorstandssprecher des Raiffeisen-Mühlenriesen Leipnik-Lundenburger Invest tätig. „Ich bin hier definitiv nicht im Spiel“, stellte er gegenüber der Presse klar – obwohl ihn Brancheninsider noch immer als Favorit handeln. Nur in einer Funktion soll Pröll dem passionierten Jäger Christian Konrad nachfolgen: als niederösterreichischer Landesjägermeister. (APA, bea)


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