Land hilft weiteren 35 Heimopfern

Nach wie vor werden Fälle von Missbrauch in Landesinstitutionen bekannt. Tirol hat bisher 168 Miss- brauchsopfer finanziell entschädigt.

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Innsbruck –Im März 2010 erschütterte der Skandal um Missbrauch in kirchlichen und öffentlichen Heimen bis in die 90er-Jahre das Land. Heute, zwei Jahre später, werden nach wie vor Fälle bekannt. „Wir stellen uns bei den Landesinstitutionen jedoch konsequent der Verantwortung“, betont Sozial-LR Gerhard Reheis (SP). Zuerst habe sich eine Steuerungsgruppe mit der Aufarbeitung beschäftigt. „Die weisungsfreie Expertenkommission prüft jetzt die Entschädigungsansprüche“, spricht Reheis von einer transparenten Vorgangsweise. Die Arbeit der Expertengruppe sei aber noch nicht zu Ende.

Reheis bestätigt, dass sich nach wie vor Personen melden, „die in Landesheimen missbraucht wurden“. Am vergangenen Freitag hat die Kommission weitere 35 Fälle behandelt, „die Regierung wird in einer ihrer nächsten Sitzungen die Entschädigungsleistung beschließen“.

Rechnet man die neuen Opferzahlen hinzu, hat das Land bisher 168 Betroffene finanziell entschädigt. „1,5 Millionen Euro wendet Tirol dafür auf“, erklärt Reheis, der jedoch damit rechnet, dass sich weiterhin Missbrauchsopfer melden. Reheis spricht von „schmerzhaften Erfahrungen“, mit denen er in den vergangenen zwei Jahren konfrontiert wurde. „Schwierige Jugendliche wurden weggesperrt, missbraucht und geschlagen. Und es zeigt sich, dass viele danach kaum eine Chance hatten, ihr Leben zu meistern.“ Ein Großteil sei an den Rand der Gesellschaft abgerutscht. Reheis: „Die Kinder wurden misshandelt und ihrer Zukunft beraubt.“ (pn)

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