Siebenter Todestag von Johannes Paul II.: Wunder werden überprüft

Papst Benedikt XVI. würdigte seinen Vorgänger Johannes Paul II. am Montag. Der Vatikan bereitet die Heiligsprechung des verstorbenen Papstes vor.

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Rom – Papst Benedikt XVI. hat am Montag des siebenten Todestags seines Vorgängers Johannes Paul II. (Amtszeit 1978-2005) gedacht. Der Vatikan kündigte an, die angeblich von dem Papst vollbrachten Wunder für die Heiligsprechung des Verstorbenen zu prüfen.

Johannes Paul II. war am 2. April 2005 im Alter von 84 Jahren gestorben. Das Seligsprechungsverfahren für ihn wurde noch im Juni desselben Jahres in Rom eröffnet. Im Mai 2011 wurde Karol Wojtyla seliggesprochen. Nach der Seligsprechung werden jetzt die Wunder überprüft, die die Gläubigen auf der ganzen Welt nach an den seligen Papst gerichteten Gebeten erlebt hätten. Für eine Heiligsprechung muss in einem neuen Verfahren ein weiteres Wunder nach der Seligsprechung nachgewiesen werden.

„Uns sind viele angebliche Wunder gemeldet worden, doch es fehlen noch die Dokumente, um sie zu überprüfen“, sagte der Postulator des Verfahrens, der polnische Prälat Slawomir Oder, in einem Interview mit Radio Vatikan. Der Prälat erklärte, dass der Vatikan sich im Heiligsprechungsverfahren an rigorose Kriterien bei der Überprüfung der Wunder halten werde, die dem Papst zugeschrieben werden. Angesichts des großen Interesses müsse das Verfahren besonders gründlich sein.

„Johannes Paul II. lebt weiterhin im Herz der Gläubigen. Das bezeugen die vielen Pilgerbesuche zu seinem Grab im Vatikan“, so Oder. Die Heiligsprechung erfolgt im Regelfall Jahrzehnte nach der Seligsprechung. Für den polnischen Papst könnte jedoch eine Ausnahme gemacht werden. In Rekordzeit und nach beschleunigtem Verfahren wurde Wojtyla im vergangenen Mai feierlich zur Ehre der Altäre erhoben. Das Seligsprechungsverfahren für ihn dauerte nur sechs Jahre.

Benedikt sprach am Montag auch vom Weltjugendtag 2013, der in Rio de Janeiro stattfinden soll. Die Weltjugendtage waren von Johannes Paul II. ins Leben gerufen worden. Der Papst rief junge Leute auf, bei der „Verbreitung des Reiches Gottes“ mitzumachen. „Christus braucht euch an seiner Seite, um sein Reich der Liebe zu erweitern und aufzubauen“, sagte er zu jungen Pilgern aus Madrid, wo im August 2011 der letzte große Weltkirchentag stattgefunden hat. Der Papst lobte die kirchlichen Weltjugendtage: sie seien ohne das Wirken des Heiligen Geistes nicht denkbar. Er setze große Erwartungen in den nächsten großen Weltjugendtag im kommenden Sommer in Madrid, so Benedikt XV. (APA)


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