Volltanken mit 2 Euro Osterzuschlag

Zu Ostern tanken Autofahrer im Schnitt um fünf Prozent teurer als kurz davor. Trotz stabiler Rohölpreise drohen weitere Spritrekorde. Der Ruf nach Hausdurchsuchungen bei Ölfirmen in Österreich wird laut.

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Wien –Die einen argumentieren mit der gestiegenen Nachfrage, die anderen orten Preisabsprachen und Abzocke. Fakt ist: Zu Ostern ist Sprit empfindlich teurer als kurz zuvor, hat der ÖAMTC erhoben (siehe Grafik). Der Autofahrerclub verglich die Durchschnittspreise vom Karfreitag bis Ostermontag mit denen, die drei Wochen zuvor aufgezeichnet worden sind. Ergebnis: An den Osterfeiertagen tanken Österreichs Autofahrer um bis zu 5 % teurer. Bei einem Volltank von 50 Litern bedeutet das einen Osterzuschlag von mehr als 2 Euro. Entlang einer Reiseroute könne sich die Situation anders entwickeln – „meist zu Ungunsten der Reisenden“, sagt ÖAMTC-Verkehrsexpertin Elisabeth Brandnau.

Auch der ARBÖ legte neue Zahlen vor: Benzin sei über Nacht um 1,5 Cent teurer geworden. „Eine traurige Entwicklung. Und das trotz einer Stagnation der Rotterdamer Preise. Auch die Rohölpreise sind seit letzter Woche stetig gesunken“, kritisiert ARBÖ-Sprecher Tom Woitsch.

Die Preisspirale habe nichts mit Ostern zu tun, behauptet indes der Obmann des Tankstellen-Fachverbandes, Alexander Piekniczek: „Treibstoff wird ständig teurer, das geht wahrscheinlich auch nach Ostern weiter.“ Nachfrage und Produktionskosten würden steigen, Ölkonzerne müssten immer mehr in der Tiefsee und in der Antarktis bohren, so die Begründung.

SPÖ-Konsumentensprecher Johann Maier fordert eine härtere Gangart der Wettbewerbsbehörde gegenüber Ölfirmen. „Man sollte in Österreich Hausdurchsuchungen bei Mineralölfirmen durchführen, es gibt Anhaltspunkte für Preisabsprachen“, so Maier zur TT: „Alleine mit Spekulation sind die exorbitanten Preise nicht erklärbar. Niemand kann die unterschiedlichen Preisgestaltungen zwischen den Staaten erklären und ebenso wenig, warum in einem Land die Preise mehr oder weniger überall gleich sind.“ Das deutsche Bundeskartellamt hat sich gestern für ein härteres Vorgehen gegen die Ölkonzerne ausgesprochen. (mas, APA)


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