Kunst ist Nährboden für Zammer Sozialprojekt

Franz X. Hauser zu Ehren rief die Gemeinde Zams zwei nach dem Künstler benannte Preise und einen Sozialfonds ins Leben.

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Von Markus Hauser

Zams –Etwas spät, aber doch wurde dem 1924 geborenen und 1999 verstorbenen Zammer Künstler Franz Xaver Hauser die Ehre zuteil, die ihm zweifellos schon zu Lebzeiten zugestanden wäre. Auf Initiative von Monika Lami, der ehemaligen Galeristin der legendären Galerie Elefant, und dank des Engagements von BM Siegfried Geiger und seines Vize Josef Reheis lud die Gemeinde zur Ehre des Künstlers in den Postgasthof Gämse in Zams und präsentierte Überraschungen im Doppelpack.

Aus dem Nachlass des unter ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsenen Künstlers wurden aus zwei Gipsmodellen jeweils drei Kleinplastiken in Bronze gegossen. Die Absicht bzw. die Idee, die dahintersteckt, ist eine, die dem Gedenken des für seine Zeit äußerst modernen Künstlers Franz X. Hauser auf alle Fälle gerecht wird. Eine der Schöpfungen ist, wie BM Geiger erläuterte, als Franz-X.-Hauser-Preis gedacht und soll an Persönlichkeiten aus der Gemeinde vergeben werden, die sich im wissenschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Bereich besonders hervorgetan haben.

Die zweite Plastik versteht sich als Franz-X.-Hauser-Auszeichnung und wird an ehrenamtlich sozial engagierte Menschen vergeben. Doch damit nicht genug. Zur Überraschung aller, auch der anwesenden Gemeinderäte, präsentierte der Bürgermeister eine weitere Kleinplastik, die in einer Auflage von 25 Stück die finanzielle Basis für den Franz-X.-Hauser-Sozialfonds bilden soll. Aus diesem Fonds sollen zukünftig in Not geratene Menschen aus der Gemeinde unterstützt werden. Das wunderbare Stück aus Bronze wird zum Preis von 1200 Euro angeboten. Gegossen werden die Plastiken von der Firma Wolfgang Krismer in Telfs zum Selbstkostenpreis. Bereits bei der Präsentation des Werkes herrschte rege Nachfrage. Über das künstlerische Schaffen Franz X. Hausers referierten Gert Amann, der ehemalige Direktor des Landesmuseums Ferdinandeum, und Oswald Stotter, der über den Künstler seine Doktorarbeit verfasste. Franz X. Hauser, ein Schüler von Franz Santifaller und Fritz Wotruba, war in seinem Werk von ganzem Herzen der Natur verpflichtet, die er über den Weg absoluter Abstraktion zu ergründen suchte.

„Die Sonne über uns“ war das Motto des überaus bescheidenen Künstlers, der seinen Nachlass um den Preis der Tilgung seiner Schulden und der letzten Ruhestätte für sich und seine Frau Helga in Zams der Gemeinde vermachte.

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Die Großplastiken Hausers zieren so manchen öffentlichen Platz in Wien, in Land­eck (Stadtbrunnen) oder in Zams das „Gestrandete Reptil“ beim Lochputz. Zahlreiche Ausstellungen in ganz Europa, die Ernennung zum Professor durch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und mehrfache Auszeichnungen zeugen vom internationalen Format Hausers.


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