Schlangen- und Froschdiebe machen wieder Kärnten unsicher

Für die begehrte Hornotter, die in Südkärnten beheimatet ist, zahlen Sammler bis zu 10.000 Euro. Italiener sind außerdem auf der Suche nach Fröschen, die bei ihnen als Delikatesse gelten.

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Klagenfurt – Kärntner Tierschützer und Behörden haben im Moment alle Hände voll zu tun. Denn die illegale Jagd auf seltene Schlangen und Frösche ist wieder angebrochen.

In Südkärnten am Fuße des Dobratschs suchen Schlangenfänger derzeit nach der geschützen und vom Aussterben bedrohten Giftschlange Hornotter. Auf dem Schwarzmarkt lassen sich für die Tiere bis zu 10.000 Euro erzielen.

Derzeit erwachen die Schlangen, die hauptsächlich im Waldgebiet Schütt zu finden sind, aus ihrem Winterschlaf und sammeln sich in Gruppen. Das nützen die Sammler aus, weil die Schlangen noch unaufmerksam sind – daher sind sie besonders leicht zu finden.

Die Hornotter – auch Sandviper genannt – zählt zu den größten heimischen Giftschlangen und steht seit 1973 unter Naturschutz. „Fangen und Handeln ist verboten“, erklärte Reptilienexpertin Helga Happ. Beliebt sind vor allem Männchen, weil sie bis zu 1,10 Meter groß werden können. Auch trächtige Weibchen stehen auf der Liste der Sammler ganz oben.

Froschdiebe nutzen Frühlingsbeginn

Doch nicht nur Schlangensammler – auch Froschdiebe machen der Bergwacht zu schaffen. Immer wieder werden in Kärnten Italiener aufgegriffen, die Frösche mit sich herumtragen, weil sie diese in ihrer Heimat gewinnbringend verkaufen wollen. Vor allem im Süden gelten diese nämlich als Delikatesse.

Gerade hat ein Jäger im Gebiet um den Plöckenpass solche Diebe entdeckt, berichtet die „Kronen Zeitung“. „Als ich mich näherte, hörte ich schon das laute Quaken aus dem Rucksack“, erzählt Bezirksjägermeister Carl Gressel gegenüber der Zeitung. Mindestens 60 Tiere sollen die Italiener im Rucksack gesammelt haben. Die Tiere wurden freigelassen. Die Sammler mussten 500 Euro bezahlen – die Höchststrafe von 3650 Euro blieb ihnen erspart.

Die Bergwacht spricht in diesem Fall aber nur von der Spitze des Eisbergs. Im Frühjahr sollen Diebe nicht einmal davor zurückschrecken, die vollen Sammelkübel der Tierschützer entlang der Froschzäune mitzunehmen. In den seltensten Fällen werden die Täter gefasst. (tt.com)


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