ASEAN-Staaten beraten über Burma und Nordkorea

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Vertreter der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN sind am Dienstag in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammengekommen. ASEAN-Generalsekretär Surin Pitsuwan lobte bei dem Treffen den Ablauf der Nachwahl in Burma vom Sonntag, aus der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi als Siegerin hervorgegangen war.

Die Wahl könne dazu beitragen, Burma wieder in die Weltgemeinschaft einzugliedern, sagte Surin. Bei früheren ASEAN-Gipfeln hatten oft Menschenrechtsverbrechen im abgeschotteten Burma im Mittelpunkt gestanden.

Neben dem politischen Wandel in Burma standen auch der geplante Raketenstart in Nordkorea sowie territoriale Konflikte mit China im Zentrum der Beratungen. Der philippinische Außenminister Albert del Rosario erklärte, die ASEAN-Staaten wollten sich einstimmig gegen den Raketenstart aussprechen. Zwar will Nordkorea nach eigenen Angaben einen zivilen Satelliten ins All schießen. Der Westen verdächtigt Pjöngjang jedoch, in Wirklichkeit eine Langstreckenrakete testen zu wollen. Auch gegen Chinas Ansprüche auf umstrittene Inseln im Südchinesischen Meer forderte Rosario die ASEAN-Staaten zu einer geschlossenen Haltung auf.

Kambodscha kündigte an, sich während seines ASEAN-Vorsitzes in diesem Jahr auf Finanzstabilität und die Verringerung von Entwicklungsunterschieden in der Region konzentrieren zu wollen. Dazu zähle unter anderem, bis 2015 einen gemeinsamen Markt für die knapp 600 Millionen Menschen in der Region zu schaffen.

Zu den ASEAN-Staaten gehören Kambodscha, Burma, Indonesien, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam und das Sultanat Brunei. Die Gipfeltreffen der Staatengemeinschaft haben zuletzt vor allem deshalb an Bedeutung gewonnen, weil die USA ihre Außenpolitik künftig stärker auf Asien ausrichten wollen und China wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung gewinnt.


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