Gefahr von Wildunfällen im Frühjahr besonders groß

  • Artikel
  • Diskussion

47 Verletzte, ein Toter und 78.000 verendete Tiere - das ist die Wildunfallbilanz vom ersten Halbjahr 2011 auf Österreichs Straßen. Laut ÖAMTC steigt die Gefahr von Kollisionen zwischen Pkw und Tier besonders im Frühling. Denn mit den wärmeren Temperaturen werden die Wald- und Wiesenbewohner aktiver, die Menschen wiederum sind mit der Umstellung auf die Sommerzeit mehr „draußen“, auch abends.

Die meisten Wildunfälle ereigneten sich im Vorjahr in Niederösterreich (15 Unfälle, 15 Verletzte), gefolgt von der Steiermark (acht Unfälle, zehn Verletzte), Kärnten (sieben Unfälle, sieben Verletzte), Oberösterreich (fünf Unfälle, sechs Verletzte), Salzburg (drei Unfälle, zwei Verletzte, ein Toter), dem Burgenland (drei Unfälle, fünf Verletzte) und Vorarlberg (ein Unfall, zwei Verletzte).

Für die Tiere enden die Zusammenstöße mit Autos und Motorrädern in der Regel tödlich. In der Jagdsaison 2010/2011 verendeten laut Statistik Austria mehr als 78.000 Wildtiere auf heimischen Straßen, davon 36.054 Rehwild, 24.214 Hasen und 8.558 Fasane, berichtete der Club am Dienstag.

Aber auch für Kraftfahrer sind die unerwarteten Begegnungen alles andere als ungefährlich. „Bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier wirken schon bei niedrigen Geschwindigkeiten sehr hohe Kräfte. Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 kg schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht bereits zwei Tonnen“, sagte Verkehrsexperte Markus Schneider. Besonders groß sei das Risiko für Motorradfahrer - auch weil sie oft waldreiche Strecken abseits der Hauptverkehrsströme bevorzugen.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Zusammenprall mit einem Wildtier, muss man zuerst die Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, dann eventuell verletzte Personen versorgen und die Polizei verständigen. Auch wenn es keine Verletzten gibt und das (verletzte) Tier weiterläuft, sollte der Unfall gemeldet werden.


Kommentieren


Schlagworte