„Eher kein neues Pflegeheim“

Laut dem Strukturplan Pflege 2012–2022 des Landes werden im Bezirk in den nächsten zehn Jahren 77 neue Heimbetten benötigt. Neues Heim ist laut Reheis eher keines nötig.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Matthias Reichle

Landeck –Weniger Pflegebetten, mehr Betreuung daheim – Soziallandesrat Gerhard Reheis ließ es schon beim TT-Forum in Schönwies anklingen. Künftig wird das Land weniger Geld in den Ausbau der Altenheime investieren, dafür mehr in mobile Dienste und betreutes Wohnen. Montagabend präsentierte er den Strukturplan Pflege 2012–2022. Im Bezirk Landeck sind in den nächsten zehn Jahren 77 zusätzliche Betten für Pflege- und Altenheime geplant, erklärte er. „Und es wird eher kein neues Heim dazukommen.“

Es ist eine neue Situation für Gemeinden, die einen Heimbau ins Auge gefasst hatten. Wie zum Beispiel für Schönwies. Im betreffenden Pflegeverband Landeck und Umgebung soll die Zahl der stationären Wohn- und Pflegeplätze von 132 auf 160 aufgestockt werden. Der Planungsverband Stanzertal bekommt sechs, der Planungsverband Paznaun sieben, der Planungsverband Sonnenterrasse 16 und der Planungsverband Oberes und Oberstes Gericht 20 neue Betten dazu.

Bis 2022 wird der Anteil der Bevölkerung über 75 Jahre im Bezirk Landeck um 30,85 Prozent steigen – von 3323 auf 4131. Um dem gerecht zu werden, sollen die mobilen Dienste ausgebaut und ihr Angebot von 48.000 auf 66.000 Stunden aufgestockt werden. Gleichzeitig soll es 23 neue Tagespflegeplätze, 33 zusätzliche Plätze in betreutem Wohnen und acht Kurzzeitpflegeplätze geben. 2013 startet außerdem die Hospiz- und Palliativversorgung, die derzeit in Reutte als Pilotprojekt läuft. Die Sozialsprengel würden an Bedeutung gewinnen, so Reheis. Bis 2022 werden in der Region 240 zusätzliche Pflegekräfte benötigt.

„Es kann nicht jede Gemeinde eine eigene stationäre Einheit haben“, erklärt der Soziallandesrat angesichts der Pläne mancher Gemeinde. In Zukunft sei es wichtig, dass sich die Kommunen untereinander über die weiteren Schritte verständigen. Man werde nun die fünf bestehenden Altenheime in Flirsch, Grins, Land­eck, Zams und Ried unter die Lupe nehmen, um zu sehen, welches den höchsten Bedarf hat, betont Bezirkshauptmann Markus Maaß.

Die Ausgaben für die Pflege werden bis 2022 von 4,429.195 Euro jährlich auf 9,842.726 Euro steigen – die Gemeinden zahlen davon 35 Prozent. Darüber hinaus wird ein Investitionspaket von 16,889.478 Euro fällig. Ein Ausbau müsse wirtschaftlich sein, so Reheis. Auf die Gemeinden wird ohnehin bis 2022 aufgrund der neuen Heimbetten ein zusätzlicher Abgang von jährlich 357.522 Euro zukommen.


Kommentieren