„Profitgier verteuert Wohnraum“

In Mayrhofen lässt sich mit illegalen Ferienwohnungen mehr Geld machen, als mit langfristiger Vermietung an Einheimische.

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Von Angela Dähling

Mayrhofen –330.000 Euro verlangt ein Makler für eine knapp über 80 m² große, neue Eigentumswohnung im Randgebiet von Mayrhofen. Für Jungfamilien unerschwinglich. So wie die meisten von privaten Wohnbauträgern errichteten Wohnungen in der Zillertalgemeinde. Wohnungen sind teuer und die Auswahl ist klein. Dabei gehen laufend Bauanträge im Gemeindeamt ein. Doch gebaut wird meist für Touristen. Aktuelles Beispiel: Ein 5-Sterne-Hotel wird erweitert, die Zahl der Gästebetten verdoppelt.

Für den Raumordnungsausschussobmann Hans Gasser ist die Entwicklung am Wohnungsmarkt äußerst bedenklich. Seit Jahren ist die Problematik der illegalen Freizeitwohnsitze Thema im Gemeinderat. Wobei die „klassischen illegalen Freizeitwohnsitze“ weniger Probleme machen würden, als die widmungswidrige Nutzung von Wohnungen als Ferienwohnungen. „Wenn eine Münchnerin eine Wohnung in Mayr­hofen kauft, diese unter der Woche leer steht, sie sie aber in ihrer Freizeit selbst nutzt, ist das für die Nachbarn meist kein Problem“, schildert Gasser. Problematischer sei es, wenn Wohnungen in Wohngebieten als Geldanlage gekauft werden und diese dann als Ferienwohnungen an wechselnde Gäste vermietet werden. „Die einen wollen nach der Arbeit ihre Ruhe haben, die Feriengäste aber feiern“, schildert Gasser Konflikte.

Er fordert eine klarere Gesetzeslage, mehr Kontrollen und zudem, dass Strafen bis zur Versteigerung auch tatsächlich folgen. „Beim Zu-schnell-Fahren wird gleich gestraft. Wichtiger ist wohl, Leute, die mit ihrem Ersparten eine Wohnung kaufen, vor jenen zu schützen, die aus Profitgier Wohnraum illegal zweckentfremden“, meint Gasser. Das würde auch die Preise am Wohnungsmarkt in die Höhe treiben. Die Wohnraumproblematik wird heute ab 19.30 Uhr Thema beim TT-Forum im Europahaus in Mayrhofen sein. Wo der Schuh bei den Familien drückt, will TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern vom Publikum wissen. Außerdem stehen Bürgermeister Günter Fankhauser und Familienausschussobmann Roman Eberharter am Podium Rede und Antwort.

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