USA setzen zehn Millionen Dollar auf Kopf von Mumbai-Bomber aus

Eine der höchsten Belohnung, die die USA jemals ausgelobt haben, ist gleichzeitig eine Warnung an Pakistan, denn dort tritt der Betroffene sogar in Fernsehsendungen auf.

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Islamabad – Die Zeiten, in denen sich Hafiz Mohammed Saeed frei in Pakistan bewegen konnte, dürften vorbei sein: Der 61-Jährige, der als Kopf der Attentate von Mumbai 2008 mit 166 Toten gilt, wird seit Montagabend von den USA mit einer ungewöhnliche hohen Belohnung verfolgt: Zehn Millionen Dollar haben die Amerikaner auf seinen Kopf ausgesetzt – so viel wie bei kaum einem anderen Terroristen.

Saeed gilt nicht nur als Kopf hinter den Anschlägen – er ist auch Gründer der Untergrund-Organisation „Lashkar-i-Toiba“, die vor allem wegen dem Kampf gegen indische Soldaten in der Kaschmir-Region unrühmlich bekannt geworden ist. Die Organisation wird von den USA seit 2001 als Terrororganisation eingestuft.

Neben Saeed haben die USA außerdem ein Kopfgeld über zwei Millionen Euro auf seinen Schwager, den derzeitigen Führer der Organisation, ausgelobt.

Nur zwei Mal hat die USA ein höheres Kopfgeld ausgesetzt – einmal auf Osama Bin Laden mit 25 Millionen Dollar und einmal auf Mullah Omar, den derzeitigen Taliban-Chef, mit ebensoviel Geld.

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Kluft zwischen Pakistan und USA wächst

Mit dem Kopfgeld schickt die USA wieder einmal eine deutliche Botschaft an Pakistan, denn dort kann die „Lashkar-i-Toiba“ unbehelligt weiterarbeiten. Außerdem geraten Pakistan und die USA immer wieder in Konflikt, weil der staatliche Geheimdienst Pakistans Terroristen unterstützen soll. Wie verharmlosend die dortige Regierung mit dem Top-Terroristen umgeht, äußert sich auch darin, dass Saeed bislang ein beliebter Gast in den heimischen Talk-Shows war. Er gilt bei vielen Menschen eher als Held denn als Terrorist, weil er sich in seinen Verbalattacken ständig gegen die USA und Indien einschießt.

Washington hat offenbar die Hoffnung aufgegeben, das Pakistan im Kampf gegen den Terror eine Unterstützung sein könnte.

Das Vorgehen Amerikas stößt vor allem bei den Indern auf Zustimmung, die die Attentäter von Mumbai hinter Gitter bringen wollen. Bei dem Terroranschlag im November 2008 starben insgesamt 166 Menschen.

Saeed war nach den Anschlägen in Pakistan verhaftet worden, auf Anordnung eines pakistanischen Gerichts kam er ein halbes Jahr später wieder frei. Angeblich, weil keine Beweise gegen ihn vorlagen. (tt.com)


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