Elfjähriger schreibt Rettungsplan für Griechenland

Seine Idee hat der Niederländer beim zweithöchst dotierten Wirtschaftspreis eingereicht. Die Jury zeigte sich begeistert.

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Breedenbroek – Jurre Hermans ist eigentlich ein durschnittlicher Schüler. Sein Lieblingsfach in der Schule ist Geschichte. Trotzdem hat sich der Elfjährige aus den Niederlanden beim zweitwichtigsten Wirtschaftspreis nach dem Nobelpreis beworben, um seine Idee für die Euro-Krise und die Entschuldung Griechenlands darzulegen.

Seither steht sein Leben und das seiner Familie auf dem Kopf. Aus ganz Europa fragen Journalisten nach Interviews an, ständig läutet das Telefon. Denn Jurre hat sich nicht einfach nur beim „Wolfson Economic Prize“ beworben – die Jury war derart begeistert von seiner Idee, dass er eine lobende Erwähnung erhielt. Und damit sticht er immerhin unter 452 Bewerbern hervor.

Stabilität für die Eurokrise

„Das ist nicht deine Kragenweite“, versucht Jurres Vater, seinen Sohn von der Idee abzubringen. Doch der hat sich längst entschieden. Seine Antwort auf die Fragestellung der Ausschreibung „Wie kann im Falle des Austritts eines Mitgliedslandes aus der Euro-Zone weiterhin Stabilität und Wachstum gewährleistet werden?“ steht nach einer Woche. Der Schüler will unbedingt bei der mit 250.000 Pfund dotierten Preisausschreibung mitmachen.

„Ich bin sehr besorgt über die Euro-Krise“, schreibt Jurre daher an die Jury. In dem Brief, den sein Vater übersetzt hat, legt er dem Kommittee dann seine Idee nahe. Jurre ist überzeugt: Wenn alle Griechen ihre Euros zur Bank tragen und dort gegen griechische Drachmen umtauschen, verfügt der Staat über genügend Zahlungsmittel, um seine Gläubiger zu bezahlen. Der Euro wird somit zur virtuellen Währung für die Regierung. Die Griechen selbst steigen im eigenen Land auf die Bezahlung mit Drachmen um, die selbstverständlich einen Wertverlust erleiden können. Das veranschaulicht der Elfjährige mit einer Zeichnung, die er bei der Preisausschreibung mit einreicht. Darauf zu sehen sind Strichmännchen mit verzogenen Gesichtern, die die Bürger darstellen sollen.

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Doppelte Abgaben für Währungssünder

Um keine Schlupflöcher für Währungssünder zu schaffen, schlägt Jurre vor, dass alle bestraft werden sollen, die versuchen, ihre Euros aus dem Land zu schaffen. Ihre Abgaben sollen dann um das Doppelte steigen. „Ich hoffe, meine Idee hilft ihnen“, beendet der Niederländer seine Bewerbung. Natürlich nicht, ohne einen Ausblick zu wagen: „Sobald ein Land all seine Schulden bezahlt hat, darf es natürlich wieder in die Euro-Zone zurückkehren. Grüße aus Holland.“

Die Juroren zeigen sich beeindruckt von der Sachkenntnis des Elfjährigen. Auf die Liste der besten Fünf hat er es damit leider nicht geschafft, aber neben der lobenden Erwähnung darf er sich über einen Geschenkgutschein von 100 Euro freuen. (tt.com)


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