Die Wohnung wächst mit

Die 2-Zimmer-Wohnung in einer Villa aus der Gründerzeit wurde einer vierköpfigen Familie zu klein. Der Bau eines Wintergartens und die Umgestaltung des Kellers zu einem Wohnraum lösten die Platzprobleme.

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Von Vanessa Grill

Innsbruck –Während eine Haushälfte einer Doppelvilla aus der Gründerzeit in Innsbruck bereits in den letzten Jahren saniert und optisch modernisiert wurde, blieb die andere Hälfte bisher im Originalzustand. Doch der vierköpfigen Familie wurde die 2-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoß zu klein. Eltern und Kinder schliefen bisher in einem Raum, das sollte sich ändern. Mit diesem Wunsch trat das Ehepaar an die Architektin Helga Flotzinger heran. „Die Bauherren dachten auch schon über eine Umzug nach, weil sie nicht wussten, wie man Platz schaffen könnte.“ Die Architektin plante zum Garten hin einen Wintergarten. „Daraus ergab sich eine splitterartige Organisation der einzelnen Wohnfunktionen“, erklärt Flotzinger. Das heißt, dass die Raumaufteilung durch Halbgeschoße geprägt ist. Die alte Wohnung befand sich im Hochparterre, der Wintergarten wurde logischerweise auf Gartenniveau angesiedelt. Durch die Höhe ergab sich eine weitere Ebene – eine Galerie. „Durch die Anordnung des Wintergartens als Zwischengeschoß ergab sich eine zweite Erweiterung des Altbestandes“, so die Architektin. Der Kellerraum der Familie direkt darunter konnte so als weiterer Raum genutzt werden. Aus den 66 m² wurden schlussendlich 105. Folgende Ebenen stehen den Bewohnern nun nach der Sanierung und dem Umbau zur Verfügung: Das Eingangsniveau mit Küche, Essraum, Elternschlafzimmer und nun auch Kinderzimmer, halbgeschoßig darüber im Wintergarten die kleine Galerie, die als Leseraum genutzt wird. Darunter ist nun das Wohnzimmer angesiedelt mit dem wiederum um ein halbes Geschoß nach unten versetzten Kellerraum, der als Gästezimmer und Musikzimmer umfunktioniert wurde. Beim Umbau war der Architektin und den Bauherren wichtig, den Zubau genauso an die neue Lebenssituation anzupassen, wie auch an den Altbestand. „Ich wollte den Umbau so planen, dass es verträglich mit der Substanz ist und lieber weniger als mehr machen.“ Die Fenster im Wintergarten sind teilweise kleinteilig, um die Feingliedrigkeit der Gründerzeitvilla widerzuspiegeln. „Die Innengestaltung ist minimalistisch. Stahlbleche wie bei der Treppenkonstruktion sowie Holz sind die dominierenden Materialien. Bis auf den Lärchenholzboden ist alles in Weiß gehalten“, beschreibt Flotzinger. Nur das Notwendigste wurde mit neuen Möbelstücken ausgestattet. Kachelofen, Küchenkommode, Esstisch und Luster zeugen von der Liebe der Bauherren zu antiken Möbelstücken. Nun haben sie auch genügend Platz, alle Fundstücke zu präsentieren.


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