„Schock war zugleich Startschuss“

Der Bezirk Imst spielt eine Vorreiterrolle, was die Zahl der Altenheime und Pflegebetten betrifft.

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Von Renate Schnegg

Imst –Nachdem der „Strukturplan Pflege 2012–2022“ von Landesregierung und Gemeindeverband abgesegnet ist, stellte ihn Soziallandesrat Gerhard Reheis den Bürgermeistern im Bezirk Imst vor.

Dort musste man sich bereits vor neun Jahren Gedanken über die Zukunft der Pflege machen, wie BH Raimund Waldner erklärt: „2003, kurz vor Weihnachten, wurde das Versorgungshaus in Imst quasi­ über Nacht zugesperrt.“ Ja, es sei ein Schock gewesen, bekräftigt LR Reheis, damals Bürgermeister von Imst, „aber es war auch der Startschuss“. Der Startschuss zur Gründung von Gemeindeverbänden und zur regionalen Aufteilung der Pflege.

Statt eines zentralen Großheims mit rund 200 Betten im Raum Imst, das die Bürgermeister ablehnten, entstanden neue Heime in Imst, Mieming, Oetz und Haiming. Jene in Silz, Längenfeld und Sölden wurden ausgebaut, in Arzl werden derzeit 52 Betten gebaut und das Pflegeheim in Nassereith wird um acht Betten erweitert. Das Resultat: Der Bezirk hat derzeit 392 Heimplätze, 52 weitere folgen, wenn das Heim im Pitztal Ende 2013 öffnet, bis 2022 werden „nur“ 50 zusätzliche Betten benötigt.

Aufholbedarf gibt es beim mobilen Betreuungs- und Pflegedienstleistungsangebot: Teil des Strukturplanes ist es nämlich, die Leute so lange wie möglich zuhause betreuen zu können. Die mobilen Dienste sollen bis 2022 von derzeit 46.000 auf 66.000 Stunden jährlich ausgebaut werden, die Zahl der Tagespflegeplätze steigt von 18 auf 31, jene des Betreuten Wohnens von zwölf auf 40 Plätze, jene der Kurzzeitpflege von drei auf 14 Plätze. Zudem sollen in den nächsten zehn Jahren 240 zusätzliche Pflegekräfte ausgebildet werden.

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Die Gesamtkosten für Pflege und Ausbildung im Bezirk Imst betragen in den nächsten zehn Jahren 21,45 Millionen Euro. Die Investitionskosten für die Heime tragen alle Gemeinden des Bezirkes, „mithilfe der Wohnbauförderung des Landes und Mitteln aus dem Gemeindeausgleichsfonds“, erklärt Reheis.

Die ungedeckten Betriebsausgaben – wenn der pflegebedürftige Mensch die Betreuungskosten mit 80 Prozent­ seiner Pension plus Pflegegeld plus Privatver­mögen nicht zur Gänze abdecken kann – werden zu 65 % vom Land und zu 35 % von den Gemeinden übernommen. 2011 waren dies 5,6 Millionen Euro, bis 2022 werden es 10,86 Millionen sein.


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