Dioxin in deutschen Bio-Eiern gefunden

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In Nordrhein-Westfalen sind bereits vor über zwei Wochen stark erhöhte Werte des Ultragifts Dioxin in Bio-Eiern festgestellt worden. „Wir wollen neben den Ursachen der Dioxin-Kontamination auch feststellen, warum die Behörden so spät informiert worden sind“, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Agrarministeriums am Mittwoch in Düsseldorf.

Dienstagabend hatte das Ministerium zum ersten Mal auf die Dioxin-Eier von einem Ökohof aus dem Kreis Minden-Lübbecke hingewiesen. Bereits Mitte März sei einem Verpackerbetrieb der sechsfach überschrittene Grenzwert aufgefallen, sagte der Sprecher. Der Verkauf der Eier sei gestoppt worden. Erst nach einer zweiten Probe seien die Behörden benachrichtigt worden. Für Menschen habe keine Gefahr bestanden, da auch bei Verzehr mehrerer Eier die aufgenommene Dioxin-Menge zu gering sei, um die Gesundheit zu gefährden.

Die Untersuchungen konzentrierten sich auf das Futtermittel, mit dem die 25.000 Hennen des Betriebes ernährt worden seien. Mit Ergebnissen sei in den kommenden Tagen zu rechnen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand scheint es sich um einen Einzelfall zu handeln“, sagte der Sprecher.

Den letzten deutschen Dioxin-Skandal gab es zu Weihnachten 2010. Damals war das Seveso-Gift in Eiern sowie Hühner- und Schweinefleisch entdeckt worden. Ursache war ein Futterfett-Hersteller in Schleswig-Holstein, der Industrie- und Futterfette gemischt und damit Dioxin in die Lebensmittelkette gebracht hatte. Während die Ermittlungen nach der Ursache liefen, waren damals zeitweise rund 5.000 Höfe gesperrt worden.


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