Heliport Rum: Sanatorium blitzt mit Berufung ab

Der Unabhängige Verwaltungssenat bestätigt den negativen Bescheid erster Instanz. Die Führung der Privatklinik spricht von „Willkür“.

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Von Christoph Mair

Innsbruck, Rum –Auch in zweiter Instanz darf beim Sanatorium der Kreuzschwestern in Hochrum kein Rettungshubschrauber landen. Der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) hat die Berufung der Privatklinik abgewiesen und damit den ablehnenden Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck (BH) bestätigt.

Das Ansinnen des Sanatoriums, einen Hubschrauberlandeplatz für Ambulanz- und Rettungsflüge zu errichten, hat besonders bei Anrainern und Gemeinde einiges an Staub aufgewirbelt. Die Betroffenen fürchteten eine unzumutbare Lärmbelästigung. Zu diesem Schluss kamen auch das lärmtechnische und medizinische Gutachten, das die BH eingeholt hatte. Die Privatklinik hatte diese Prozedur als unverhältnismäßig und gleichheitswidrig kritisiert, weil andere Helilandeplätze in der Nähe (z. B. Hall) auch im viel dichter verbauten Gebiet ohne derartige Gutachten genehmigt worden waren.

„Der UVS hat jetzt festgestellt, dass die Erstbehörde richtigerweise die Gutachten eingeholt hat und wegen der massiven Bedenken der Anrainer und der Gemeinde sogar dazu verpflichtet war“, erklärt der Leiter des Verkehrsreferats der BH, Klaus Kiechl. Weiters habe die Berufungsbehörde die Gutachten als „schlüssig und widerspruchsfrei“ beurteilt, freut sich Kiechl, dass seine Entscheidung von der zweiten Instanz bestätigt worden ist. Die Betreiberseite hatte die Aussagen der Gutachten mit Verweis auf (statistisch) nicht einmal zwei Flüge pro Tag in den Wintermonaten stark in Zweifel gezogen.

Dementsprechend enttäuscht und heftig fällt die Reaktion auf den Berufungsentscheid aus. Der Geschäftsführer des Sanatoriums, Martin Witting, spricht von einem „Willkürakt der Behörde“, von dem man überrascht sei. So seien in der UVS-Verhandlung Beweisanträge der Projektwerberin nicht zugelassen worden. „Wir hatten keine Chance, den Gutachtern etwas entgegenzusetzen.“ Die weitere Vorgangsweise soll in den nächsten Tagen abgeklärt werden. Rechtlich ist eine Beschwerde an Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof möglich.


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