Sinnliches Heute mit befreiendem Rückblick

Hall – Innsbrucks Partnerstadt Freiburg macht es vor: Es gibt dort seit Mitte der 1980er Jahre das Neue-Musik-Ensemble recherche (bisher übe...

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Hall –Innsbrucks Partnerstadt Freiburg macht es vor: Es gibt dort seit Mitte der 1980er Jahre das Neue-Musik-Ensemble recherche (bisher über 500 Uraufführungen) und das Freiburger Barockorchester – beide von Weltrang. Sie ziehen jetzt gemeinsam am 16. April in Freiburg in ein neues „Ensemblehaus“…

Die herausragend fähigen Musikerinnen und Musiker des ensemble recherche haben dem Osterfestival im Salzlager ein fabelhaftes Konzert mit Kompositionen aus der Zeit zwischen 1979 und 2010 beschert und erneut damit gefesselt, wie sie Musik im Notenbild suchen und wie grandios dabei fündig werden.

Die präsentierten Werke sind konzeptuell aufwendig unterbaut und führen doch zu spannendem Musikerleben. Wolfgang Rihms „Fremde Szene I“ ist ein fast schon süffiges Werk mit seinem Kurzbesuch bei Robert Schumann, der Rihm kurzfristig von den Konventionen der postseriellen Zeit entband. Georg Friedrich Hass mit seinem „Aus.Weg“ lässt Ähnliches fühlen, er griff auf eigene frühere Techniken zurück, um sich dann zu befreien, und auch das war sinnlich zu erleben.

Zwei Solostücke, Klaus Hubers „transpositio ad infinitum“ von 1976 für Violoncello und Salvatore Sciarrinos „Ai limiti della notte“ für Viola ließen ob ihres Sogs und der instrumentalen Virtuosität von Asa Akerberg und Barbara Maurer den Atem stocken. Eine großartige Ereigniskette ist das Trio III von José Manuel Lopéz-Lopéz. Nicht so spannend und überzeugend Brice Pausets „Voix humaines“ statt seiner geplanten Uraufführung. (u.st.)


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