Gürtel-Boss auf freiem Fuß

Wien – Weil die Justiz es nicht geschafft hat, fristgerecht eine Hauptverhandlung gegen Richard St. zu eröffnen, befindet sich der mutmaßlic...

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Wien – Weil die Justiz es nicht geschafft hat, fristgerecht eine Hauptverhandlung gegen Richard St. zu eröffnen, befindet sich der mutmaßliche Wiener Rotlicht-Boss seit gestern wieder auf freiem Fuß. Trotz zweijähriger Untersuchungshaft gibt es noch keinen Termin für die Verhandlung gegen den 41-Jährigen. Die U-Haft bis zum Beginn der Hauptverhandlung darf die Dauer von zwei Jahren aber nicht übersteigen.

Die Staatsanwaltschaft Wien hatte im vergangenen Jänner eine „Mafia-Anklage“ gegen Richard St. und fünf mutmaßliche Mittäter eingebracht. Darin werden dem Rotlicht-Capo die Bildung einer kriminellen Organisation, Schutzgelderpressungen, das Schmieden eines Mordkomplotts und Anstiftungen zu schweren Körperverletzungen vorgeworfen.

Richard St. war im April 2010 verhaftet worden. Das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Wien ermittelten fieberhaft, taten sich mit dem Sammeln von Beweismaterial aber schwer, weil es der Bande um Richard St. gelungen sei, „die durch die strafbaren Handlungen geschädigten Personen einzuschüchtern“, wie Staatsanwältin Susanne Kerbl-Cortella in ihrer Anklage schreibt.

Die Verteidiger haben diese Anklage beeinsprucht. Das Oberlandesgerichts Wien entschied gestern über diesen Einspruch, der Großteil der Anklage wurde bestätigt. Um innerhalb der Zweijahresfrist zu bleiben, müsste die Verhandlung nun bis 14. April beginnen. Weil das unwahrscheinlich ist, ging St. frei. (APA)

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