Acht Bauern droht Rückzahlung

Zu viel Almförderung: Entwarnung bei 140 Bauern, bei 197 gibt es noch Vor-Ort-Prüfung.

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Von Peter Nindler

Innsbruck –Es war ein Schock für rund 900 Almbauern in Österreich: Nach einer Aufforderung der Europäischen Union hat die Agrarmarkt Austria (AMA) im Vorjahr eine Überprüfung der Almförderungen angeordnet. In Österreich gibt es rund 9000 Almbauern, die eine Förderung erhalten. Berechnet werden die Subventionen nach der beweideten Fläche. Doch nach Umstellung auf Luftbilder im Jahr 2009 wurde plötzlich bei 900 Förderempfängern, darunter 345 in Tirol, ein massiver Flächenschwund bei den beweideten Almen festgestellt.

Die neuen Förderanträge enthielten jetzt viel kleinere Flächenangaben. Daraus schloss die Europäische Union, dass zwischen 2007 und 2010 möglicherweise bewusst mehr Almfutterfläche als tatsächlich vorhanden für das gealpte Vieh angeführt wurde. Bei 1750 Almen in Tirol gab es übrigens keine Beanstandungen der AMA. Österreichweit geht es um insgesamt 65 Millionen Euro an Förderungen und Strafzahlungen, die die Landwirte zurückzahlen bzw. berappen müssen.

In Tirol argumentierte man mit schwierigen Abgrenzungsfragen, zugewachsenen Weideflächen und den heute viel genaueren Abmessungsmöglichkeiten. Letztlich mussten die 345 Betroffenen gegenüber der AMA die großen Abweichungen bei Almfutterflächen im Vergleich zu den vorangegangenen Förderanträgen begründen. Wie der Direktor der Landwirtschaftskammer Richard Norz bestätigt, ist dies in den vergangenen Monaten erfolgt. Ein Ergebnis liegt ebenfalls bereits vor. Und das fiel vorerst für acht Bauern negativ aus. „Sie konnten die Abweichungen nicht ausreichend begründen“, sagt Norz. Diese Bauern müssen mit einer Rückzahlung der zu viel erhaltenen Förderungen rechnen.

140 können hingegen aufatmen, ihre Begründungen reichten der Agrarmarkt Austria aus. Bangen heißt es jedoch für 197 Förderbezieher. „Hier gibt es für eine abschließende Beurteilung noch eine Vor-Ort-Prüfung, die dann für Klarheit sorgen soll“, erklärt Kammerdirektor Richard Norz abschließend.

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