„Mafia-Anklage“: Mutmaßlicher Wiener Gürtel-Boss enthaftet

Der 41-jährige Richard St. befindet sich seit Mittwoch auf freiem Fuß. Ihm werden unter anderem die Bildung einer kriminellen Organisation, das Schmieden eines Mordkomplotts und Anstiftungen zu schweren Körperverletzungen vorgeworfen.

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(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Wien - Der mutmaßliche Wiener Gürtel-Boss Richard St., gegen den die Staatsanwaltschaft Wien im vergangenen Jänner eine „Mafia-Anklage“ eingebracht hat, befindet sich seit heute, Mittwoch, auf freiem Fuß. Wie sein Verteidiger Christian Werner der APA mitteilte, hat das Wiener Oberlandesgericht (OLG) die Enthaftung des 41-Jährigen angeordnet, nachdem seine zweijährige U-Haft abgelaufen war, ohne dass die Hauptverhandlung gegen Richard St. und insgesamt fünf Mitangeklagte begonnen hätte.

Gemäß 178 Strafprozessordnung (StPO) darf bei einem Verdächtigen, gegen den wegen eines Verbrechens ermittelt wird, das mit einer fünf Jahre übersteigenden Freiheitsstrafe bedroht ist, die U-Haft bis zum Beginn der Hauptverhandlung zwei Jahre nicht übersteigen. Diese Frist ist bei Richard St. und dem Mitangeklagten Peter A. - sämtliche andere Verdächtige sind von der zuständigen Haft- und Rechtschutzrichterin bereits vor geraumer Zeit gegen gelindere Mittel entlassen worden - abgelaufen, ohne dass einen konkreten Termin für ihren bevorstehenden Prozess gibt. Richard St. werden unter anderem die Bildung einer kriminellen Organisation, Schutzgelderpressungen, das Schmieden eines Mordkomplotts und Anstiftungen zu absichtlichen schweren Körperverletzungen vorgeworfen.

Weder das OLG noch das Wiener Straflandesgericht wollten der APA diesen in der Justiz einzigartigen Schritt vorerst offiziell bestätigen, da der entsprechende Beschluss formal noch nicht zugestellt worden ist. Nach gesicherten Informationen der APA hat auch Peter A. bereits das Landesgerichtliche Gefangenenhaus verlassen. (APA)

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