Schneeschimmel als Spielverderber: Kein Spanien-Test im Tivoli

Am 30. Mai wollte sich Spaniens Fußballnationalteam am Innsbrucker Tivoli gegen Südkorea die Beine vertreten. Der Wechsel des Rollrasens vereitelte das sportliche Gustostückerl wenige Tage vor der EM.

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Von Florian Madl

Innsbruck –Die renommierte spanische Sporttageszeitung AS hatte es vor wenigen Tagen angekündigt: Ihre Fußballhelden, die sich für EM-Vorbereitung nach Schruns (Vorarlberg) begeben, würden am 30. Mai ein Testspiel gegen „Corea del Sur en Innsbruck“ (Südkorea in Innsbruck) bestreiten. Allein – die Meldung erwies sich als verfrüht. Ein seit langer Zeit bekannter Spielverderber verhinderte das weltmeisterliche Gastspiel in letzter Minute:

Microdochium nivale, der Schneeschimmel. Eine Nassfäule, die einem Rasen in unseren Breitengraden über die Wintermonate gehörig zusetzt. Am Tivoli gehört der Pilz zum Stadion wie die Ausraster einiger unbelehrbarer Fans: unliebsam, aber offenbar nicht wegzubringen und vor allem teuer.

„Wir mussten angesichts der Umstände leider absagen, was uns persönlich sehr weh tut“, ärgert sich Michael Bielowski. Zur Erinnerung: Vor den jüngsten Großveranstaltungen gastierten die Iberer jeweils in Tirol, um kurz darauf auch den Titel zu holen. Ein gutes Omen also. Während der Fußball-EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gastierten Torres, Iniesta & Co. in Neustift nahe dem Gruppenspielort Innsbruck; und vor der WM 2010 in Südafrika ließ Teamchef Vicente del Bosque seine Mannschaft gegen Südkorea (1:0) und Saudi-Arabien (3:2) antreten. „Wenn die Spanier diesmal nicht den EM-Titel holen, wissen wir wenigstens, warum“, witzelte Bielowski angesichts der gemeinsamen Geschichte. 68.000 Euro kostet es sein Ver­an­stal­tungs­zentrum Olym­piaworld, um 5000 Quadratmeter Tivoli-Rasen und damit knapp die Hälfte des Felds aus dem südlichen Bereich des Areals auszutauschen. Dort wachse „nichts mehr“. Die zuletzt kritisierte Rasensituation wird im Anschluss an das letzte Wacker-Heimspiel (13. Mai, Sturm Graz) behoben.

Dem Fußball-Länderspiel Österreich – Ukraine (1. Juni) steht nichts im Weg, wie es heißt. Aber die Reparaturphase führt aufgrund der mehrwöchigen Phase des Anwachsens auch andernorts zu einer Terminkollision. Als besonders schmerzhaft erweist sich die Situation für die Footballer der Swarco Raiders: Für einen bereits gebuchten Liga-Termin (19. Mai, Aus­trian Football League) müssen die Vereinsverantwortlichen Ersatz suchen; und das Eurobowl-Viertelfinale (26. Mai) steht aus Sicht des Titelverteidigers ebenfalls auf der Kippe. Derzeit werden Alternativen überlegt: das Alpenstadion Wattens, wo kurz darauf allerdings die mögliche Relegation in die Fußballbundesliga ansteht. Oder ein Ausweichen auf den Tivoli-Nebenplatz samt Einrichtung von Zusatztribünen. Der Ruf nach einer Raiders-Heimat wird nicht leiser, zumal die sanierungsbedürftige Trainingsstätte Sieglanger auch erst seit Kurzem bespielt werden kann.

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