Israel kündigt „Kampf gegen Irans Atomprogramm“ an

  • Artikel
  • Diskussion

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat 2012 zum „Jahr des Kampfes gegen das iranische Atomprogramm“ erklärt. Bei einem Treffen mit Militärexperten und Journalisten sagte Barak am Mittwoch, die gegen den Iran verhängten wirtschaftlichen und diplomatischen Sanktionen würden Wirkung zeigen.

Allerdings werde noch zu sehen sein, ob dadurch ein wirklicher Kompromiss erreicht werden könne, um Teherans Atomprogramm zu stoppen, betonte Barak nach Angaben des Internetportals „Ynet“. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Dienstag Israel vor einem eigenmächtigen Militärschlag gegen den Iran gewarnt. Präsident Barack Obama habe den Israelis bereits von einseitigem Vorgehen gegen den Iran abgeraten.

Außerdem wolle Israel die Ergebnisse der für 13. und 14. April geplanten Atomgespräche zwischen dem Iran und der Fünf-plus-Eins-Gruppe (UN-Vetomächte plus Deutschland) abwarten, bevor man eine Entscheidung über eine etwaige „Aktion“ treffe, so der Verteidigungsminister. Man werde die Verhandlungen genau verfolgen um sicherzustellen, dass der Iran nicht versuche, nur Zeit zu schinden, um mit seinem Atomprogramm fortzufahren. Die Zeit laufe ab, zumal der Iran weiterhin Uran anreichere und es in unterirdischen Anlagen lagere.

Eine Entscheidung über eine Militärschlag gegen den Iran sei keine Frage von Wochen, aber auch nicht von Jahren, fügte Barak hinzu und bekräftigte damit den Standpunkt von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Angesprochen auf die Gefahr von Attacken der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah mit weitreichenden Raketen sagte Barak, Israel werde nicht zögern, in diesem Fall die Infrastruktur des Libanon massiv anzugreifen. „Die Hisbollah weiß das“, so der Minister.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Der iranische Revolutionsführer Khamenei erklärte unterdessen, die Vielzahl der gegen den Iran gerichteten Drohungen beweise nur die Stärke und den Einfluss des Landes. Gestärkt durch die Erfahrungen der Islamischen Revolution und des Krieges gegen den Irak (1980-88) werde der Iran auch die gegenwärtigen Herausforderungen mit „Würde“ meistern, sagte Khamenei.


Kommentieren


Schlagworte