Bürgermeistersessel ist heiß begehrt

In einem Monat ist es so weit – in St. Johann wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Die drei Kandidaten stellen sich am kommenden Mittwoch der Diskussion beim TT-Forum im Kaisersaal.

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Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –Obwohl in der St. Johanner Fußgängerzone weit und breit kein Wahlplakat zu sehen ist, wird in einem Monat in St. Johann gewählt. Übrigens: Im gesamten Gemeindegebiet hängt bis jetzt ein einziges Plakat mit Wahlwerbung. Ein signifikanter Unterschied gegenüber dem Jahr 2010, wo St. Johann vor lauter Plakaten kaum wiederzuerkennen war.

Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Langzeitbürgermeister Josef Grander (ÖVP) im Februar stellen sich drei Kandidaten der Wahl am 6. Mai. Die ÖVP nominierte Stefan Seiwald zum Bürgermeisterkandidaten, die Grünen treten mit Vizebürgermeisterin Helga Embacher zur Wahl an und die Soziale Liste (SOLI) hat in Peter Wallner ihren Bürgermeisterkandidaten gefunden – die Tiroler Tageszeitung berichtete. Auf langjährige politische Erfahrung im Gemeinderat kann keiner der Anwärter zurückgreifen. Kamen Seiwald und Wallner erstmals 2010 in den Gemeinderat, so war Embacher ab dem Jahr 1992 für zwei Jahre als Gemeinderätin der Jungen St. Johanner (JU-ST) tätig.

Chancen rechnen sich mittlerweile alle drei Kandidaten auf das höchste Amt in der Marktgemeinde aus, wobei das Ziel, eine Stichwahl zu erreichen, von Wallner und Embacher favorisiert wird. Diese würde 14 Tage später stattfinden. „Ich sehe ein großes Wählerpotenzial, da ich auf der Straße regen Zuspruch von der Bevölkerung erfahre“, erklärt Wallner, der in St. Johann als Hauptschullehrer arbeitet. Dem pflichtet auch Embacher bei und stellt fest, dass es großes Potenzial bei Leuten mit verschiedenen Hintergründen gibt, die die Chance, zur Wahl zu gehen, nutzen werden, weil sie weiterhin in St. Johann leben wollen.

Dringend umzusetzen gilt es laut Embacher Initiativen im Tourismus. „Der ökologische und nachhaltige Tourismus muss forciert werden“, erklärt die Grünen-Politikerin und ergänzt, dass der ganzjährige Tourismus in der Marktgemeinde das Ziel sein muss. Handlungsbedarf sehen dabei auch Seiwald und Wallner. „Bestehende Denkansätze müssen zugelassen werden“, fordert Wallner und ergänzt, dass dazu nicht immer hohe Geldinvestitionen notwendig sind. „Wenn ein Wirt einen Grillhendlstand am Hauptplatz aufstellen will, dann soll er dieses tun“, untermauert Wallner mit einem Beispiel seine Aussage. Auf seine Erfahrung im Tourismusbereich verweist ÖVP-Kandidat Seiwald. „Ich habe bereits Arbeitserfahrungen als Berater von Tourismusverbänden“, betont der Geschäftsführer eines Internet­unternehmens im Bereich der Hotellerie seine Kompetenz. Unweigerlich mit dem Tourismus verbunden sind die St. Johanner Bergbahnen. Im Jahr 2010 wurde Seiwald als Nachfolger von Grander als zweiter Geschäftsführer eingesetzt. Genaue Zahlen für den Winter werden Ende April bekannt gegeben.

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Die Finanzen der Marktgemeinde wurden bei der vergangenen Gemeinderatssitzung eifrig diskutiert und sind auch im Wahlkampf ein Thema. So stehen Embacher und Wallner klar für einen mittelfristigen Finanzplan. „Die Budgetsicherheit soll damit gewährleistet werden“, erklärt Juristin Embacher. Wallner empfindet die Erstellung eines Plans als „dringend notwendig“. Kritisch äußerte sich Seiwald dazu, da er befürchtet, dass damit Projektideen in der Zukunft verbaut werden könnten. „Jetzt finden die Wahlen statt, bis dieser Finanzplan steht, vergeht noch einmal Zeit und im Jahr 2016 wird bereits wieder gewählt“, erklärt Seiwald seine Vorbehalte.

Ein persönliches Bild von den Kandidaten können sich die St. Johanner beim Forum der Tiroler Tageszeitung am Mittwoch, den 11. April, im St. Johanner Kaisersaal machen. Unter der Leitung von TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern diskutieren die drei Bürgermeisteranwärter über ihre Ansichten und Ziele für die Marktgemeinde. Ebenso können auch Fragen aus dem Publikum an die drei Kandidaten gestellt werden. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch um 19.30 Uhr.


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