Kosovo: Kloster Decani mit UCK-Parolen beschmiert

Im serbisch-orthodoxen Bistum nimmt man laut Belgrader Medienberichten an, dass die Parolen mit der Unzufriedenheit bei einstigen UCK-Kämpfern, der Oppositionsbewegung „Vetevendosje“ sowie den Lokalbehörden in Verbindung zu bringen sind.

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Prishtina/Belgrad – Im Kosovo wurden in den vergangenen Tagen mehrere ethnisch motivierte Zwischenfälle registriert. Die Mauer um das serbisch-orthodoxe Kloster Decani im Westkosovo wurde mit Parolen wie „UCK“ (einstige Befreiungsarmee des Kosovo) und „Prone UCK“ (UCK-Eigentum) beschmiert.

Im serbisch-orthodoxen Bistum nimmt man laut Belgrader Medienberichten an, dass die Parolen mit der Unzufriedenheit bei einstigen UCK-Kämpfern, der Oppositionsbewegung „Vetevendosje“ sowie den Lokalbehörden in Verbindung zu bringen sind. Eine von den Behörden zuvor geplante Straße kann nämlich nicht errichtet werden, weil sie über das Anwesen des Klosters geführt hätte.

Auch internationale Organisationen im Kosovo hätten sich dagegen ausgesprochen, berichtete der serbische staatliche TV-Sender RTS am Mittwochabend unter Berufung auf Bistumskreise. Der Bau der Straße sei aufgrund geltender Gesetze untersagt worden.

Unweit von Prizren wurde unterdessen eine serbische Kirche in der Ortschaft Pecane bei Recan beschossen, vor einer anderen serbischen Kirche in Prizren wurde eine Leuchtrakete sichergestellt.

Zudem hat die kosovarische Polizei laut serbischen Medienberichten am Mittwochabend zwei Personen festgenommen, die mit einem Angriff auf Autos einer serbischen Regierungsdelegation in Prishtina in Verbindung gebracht wurden. Eine Person wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei Autos der serbischen Delegation waren im Stadtzentrum von einer Gruppe von sechs oder sieben Jugendlichen mit Steinen beworfen worden. Dabei war ein Mitglied der serbischen Delegation leicht verletzt worden.

In der serbischen Enklave Gracanica kam es am Mittwochnachmittag unterdessen zu einer Schlägerei zwischen kosovo-albanischen Fußballfans, die von Gjilan (Gnjilane) nach Prishtina unterwegs waren, und lokalen Serben. Der Zwischenfall ereignete sich, als der Bus mit den Fußballfans wegen eines Verkehrsunfalls in Gracanica stehen bleiben musste. Zwei Serben wurden laut Krankenhausquellen in Gracanica verletzt. (APA)


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