Asylwerber werden zu Sherpas

Unter den 800 Statisten, die an dem TV-Zweiteiler über die Erstbesteigung des K2 mitwirken, sind auch Asylsuchende.

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Von Alexandra Plank

Innsbruck –Rund zehn Kilometer muss man von Innsbruck aus fahren und schon betritt man pakistanischen Boden. Genauer gesagt den Markt von Skardu, jenen Ort, an dem Expeditionen in die Himalaya-Region ihren Ausgangspunkt finden. Möglich ist dieser geografische Sprung durch die Dreharbeiten für den Film „K2“, die am Dienstag und Mittwoch in der Haller Altstadt stattfinden. Doch wie findet man Komparsen, die Sherpas gleichen? Ihr asiatisches Aussehen macht Menschen, die in Tirol um Asyl ansuchen, zu begehrten Statisten beim Großprojekt des Hollywood-Regisseurs Robert Dornhelm. Sie kommen aus Afghanistan, Pakistan, der Mongolei, gehören für die Dauer der Dreharbeiten aber dem Volk des Himalayas an. Gecastet wurden die Neo-Schauspieler in den Tiroler Flüchtlingsheimen von der Agentur Creative Creatures.

Geschäftsführerin Ursula Keplinger erläutert, dass der Einsatz von Asylsuchenden gesetzlich gedeckt ist. „Ausländische Künstler ohne Beschäftigungsbewilligung dürfen herangezogen werden, wenn sie für die Sicherung einer laufenden Filmproduktion notwendig sind.“ 50 Asylsuchende werden in Hall im Einsatz sein, an die 100 Asylwerber hat Keplinger in ihrer Datenbank. „Die Menschen stammen aus einem anderen Kulturkreis, das kann am Anfang zu Problemen führen, nicht nur zu sprachlichen. Mitunter wird der Zwang, der beim Film besteht, nicht verstanden. Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit aber sehr gut“, weiß Keplinger.

Der Tiroler Schauspieler Martin Strele erzählt, dass die Asylsuchenden eine ungeheure Freude am Schauspiel haben. „Ihre Schicksale deuten sie nur an. Da wollen sie dann nicht mehr weiterreden.“ Flüchtlingsbetreuer Christoph Nußbaumer sieht das Engagement der Asylsuchenden als große Bereicherung. „Sie sind meist zur Untätigkeit verdammt, es ist für sie eine spannende Sache mitzumachen und sogar ein bisschen Geld zu verdienen.“ Beim Film würde auch manches nicht so eng gesehen. „Einmal wurde für Soko Kitzbühel ein Hongkong-Chinese gesucht, wir konnten die Rolle dann mit einem Mongolen besetzen.“

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