Auf einen Sprung beweglicher

Ein Tiroler hat ein neues Kunst-Sprunggelenk mitentwickelt. Die Erfindung wurde als bestes Patent nominiert.

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Kufstein –Etwa 170 bis 180 künstliche Sprunggelenke werden pro Jahr in Österreich implantiert, erklärt Robert Siorpaes, Leiter der Orthopädie am Bezirkskrankenhaus St. Johann. Im Vergleich zu den zirka 10.000 Hüft- oder Knieprothesen ist dies relativ wenig. „Bis jetzt war eine Versteifung des Gelenks der goldene Standard“, nennt der Arzt einen Grund für die relativ kleine Anzahl der Implantationen.

Durch die Versteifung können sich allerdings einige Patienten relativ schwer bewegen und auch die umliegenden Gelenke werden in Mitleidenschaft gezogen. Das Anspruchsdenken der immer älter werdenden Gesellschaft hat nun zum Wunsch geführt, eine Versteifung des Gelenks möglichst zu vermeiden und viel Funktion zu erhalten. „Bis jetzt gab es aber nur wenig gute, lange haltbare Prothesen am Markt“, erklärt Siorpaes. Der Tiroler Arzt hat sich deshalb vor etwa fünf Jahren mit seinen Kollegen, den Unfallchirurgen Ernst Orthner aus Klagenfurt und Michael Fillinger aus Graz, zusammengetan, um mit der steirischen Firma Alphamed Medizintechnik ein optimales Kunstgelenk zu entwickeln. „Wir haben eine neue Sprunggelenksprothese entwickelt und diese zum Patent angemeldet“, erzählt Siorpaes. Die Mühe hat sich gelohnt: Heuer schaffte es die „AAA Alpha Ankle Arthroplasty Sprunggelenksendoprothese“ unter die Nominierten zum kürzlich vergebenen „Inventum“-Preis für die besten Patente des Jahres 2011.

Die Vorteile der neuen, dreiteiligen Prothese sind laut Ärzten die hohe Passgenauigkeit und die einfachere Implantationstechnik. „Früher wurde bei einem Eingriff der Knochen flach weggeschnitten. Jetzt kann man das künstliche Gelenk genau anpassen. Dadurch wird während der Operation viel weniger vom Knochen weggenommen als bisher“, erläutert Siorpaes.

Künstliche Sprunggelenke haben eine Überlebensrate von etwa zehn Jahren. Von der neuen Prothese erhoffen sich die Mediziner mehr: „Wurden früher Prothesen getauscht, konnte es leicht zu einem Knochendefekt kommen, weil nur noch wenig vom Knochen da war“, betont Siopraes. Nun sei die Versorgung des Patienten im Falle eines Zweiteingriffs besser möglich. In den letzten vier Jahren wurden 200 Menschen in Österreich und Deutschland – entweder aufgrund von Abnützungserscheinungen oder nach Brüchen – mit der neuen Prothese besorgt. Der Alltag gestalte sich für die Patienten ganz normal. „Bis jetzt funktioniert alles gut“, so Siorpaes. Nun müsse man die Ergebnisse natürlich auf lange Zeit betrachten. (nic)

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