Täglich fahren 4735 Lkw über den Brenner

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Von Peter Nindler

Innsbruck –Im Dezember des Vorjahres hat der Europäische Gerichtshof das sektorale Lkw-Fahrverbot für bestimmte Güterbeförderungen wie Abfall, Eisen oder Autos zum zweiten Mal aufgehoben. Bis zu 200.000 Lkw-Fahrten konnten durch das Fahrverbot jährlich verlagert werden – größtenteils auf die Schiene. Nach den ersten drei Monaten des heurigen Jahres werden jetzt die Auswirkungen der freien Fahrt für Lkw deutlich sichtbar. Nicht nur der Transitverkehr auf der Brennerachse hat deutlich zugenommen, gleichzeitig kam es zu einem massiven Einbruch auf der Rollenden Landstraße (RoLa).

Seit gestern liegen die jüngsten Verkehrsdaten vor. Die Steigerung im Güterverkehr auf der Straße betrug im ersten Quartal 4,55 Prozent oder 19.606 Lkw-Fahrten. Täglich fahren derzeit 4735 Lkw über den Brenner. Im Vorjahr wurden an der Mautstelle Schönberg insgesamt 1,737 Millionen Transit-Lkw gezählt.

Die Entwicklung auf der RoLa fällt noch dramatischer aus. Die Auslastung auf den drei Strecken Wörgl – Brenner, Wörgl – Trento und Regensburg – Trento sank von Jänner bis März auf 80,2 Prozent, 14.626 Lkw weniger wurden auf der Schiene befördert. Vor allem die Strecke Wörgl – Trento bereitet den Experten Kopfzerbrechen, denn dort haben sich die Transportzahlen halbiert (minus 49,6 Prozent). Eine Rückverlagerung von der Schiene auf die Straße lässt sich anhand der vorliegenden Verkehrsstatistik klar ablesen.

Wie negativ sich die Aufhebung des sektoralen Lkw-Fahrverbots in Tirol auswirkt, zeigt sich bei den transportierten Gütern. Zwar gibt es auf der RoLa keinen Totalausfall, tendenziell ist der Rückgang jedoch gravierend. Mussten Autotransporte wegen des Lkw-Fahrverbots in den Vorjahren ausschließlich auf der Schiene befördert werden, so schlägt bei den transportierten Kraftfahrzeugen allein im März ein Minus von rund 60 Prozent zu Buche. Zum Vergleich: Von den RoLa-Lkw waren etwa 2010 38 Prozent mit Gütern beladen, die unter das sektorale Lkw-Fahrverbot fielen.

Derzeit versucht das Land Tirol, ein Nachfolgepaket für das sektorale Lkw-Fahrverbot zu schnüren. In den nächsten Wochen soll es dazu auch Verhandlungen mit der EU-Kommission geben.


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