Pleiten, Pech und Disneyland

Vor 20 Jahren eröffnete das Disneyland nahe Paris. Nach Startschwierigkeiten und einer Beinahe-Pleite ist der Park heute Europas erstes Tourismusziel.

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Paris –Ein Streik passt nicht in die Welt rund um das rosarote Dornröschen-Schloss von Disneyland. Und doch streikten rund 150 Angestellte des einzigen europäischen Disney-Freizeitparks bei Paris am vergangenen Wochenende für mehr Gehalt. Die Protestaktion fiel mit dem Beginn der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag des mehr als 2000 Hektar großen Parks zusammen, der am 12. April 1992 eröffnet wurde. „Das ist eine Geiselnahme des 20. Geburtstages“, kritisierte denn auch ein Sprecher der Geschäftsleitung, die aus dem Jubiläum ein Großereignis mit neuen Attraktionen machen will.

Schon am Wochenende vor Ostern startete eine neue Laser- und Feuerwerksshow am Abend. Zwei Jahrzehnte nach seiner Eröffnung ist der Park erstes Touristenziel in Europa: Im vergangenen Jahr wurde mit 15,6 Millionen Micky-Fans ein Besucherrekord aufgestellt. Gut 46 Euro gaben die Gäste in den beiden Themenparks – dem klassischen Disneyland und den Walt-Disney-Film-Studios – im Vorjahr durchschnittlich aus. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 59 Euro und für Kinder bis elf Jahre bei 52 Euro.

Vergessen sind angesichts dieser saftigen Preise die schwierigen ersten Jahre, in denen der Park wegen niedriger Besucherzahlen den Eintritt um 20 Prozent reduzierte, um dadurch der Schließung zu entgehen. Die Maßnahme zahlte sich aus: 1997 verzeichnete der Park einen Gewinnzuwachs von 7,5 Prozent.

Die zweite Krise machte das europäische Disneyland dann nach dem Jahrtausendwechsel durch: Die Eröffnung des Filmparks Walt-Disney-Studios 2002 war zunächst ein Flop. Denn nach dem 11. September 2001 und dem Kriegsbeginn in Afghanistan blieben in Walt Disneys Traumwelt die Touristen aus. Wegen Milliardenschulden schrammte das Unternehmen 2004 nur knapp an der Pleite vorbei.

Auch wenn Disneyland Paris nach wie vor einen Schuldenberg von 1,8 Mrd. Euro abzahlen muss und ohnehin seit Jahren keine schwarzen Zahlen schreibt, ist von einer Schließung des europäischen Disney-Ablegers inzwischen nicht mehr die Rede. Stattdessen spricht die Betreibergesellschaft Euro Disney von einem dritten Themenpark und einem Öko-Freizeitdorf – „langfristig“. (APA, AFP)


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