Russischer Waffenhändler Bout 2 - Richterin: „25 Jahre sind genug“

„25 Jahre sind genug“, sagte Richterin Shira Scheindlin bei der Verkündung des Strafmaßes für den russischen Waffenhändler Viktor Bout. Das ...

  • Artikel
  • Diskussion

„25 Jahre sind genug“, sagte Richterin Shira Scheindlin bei der Verkündung des Strafmaßes für den russischen Waffenhändler Viktor Bout. Das US-Bundesgericht in New York verurteilte den 45-Jährigen am Donnerstag (Ortszeit) wegen Verschwörung zum Verkauf eines umfangreichen Waffenarsenals an US-feindliche Guerillas in Kolumbien zu 25 Jahren Haft. Zudem erhielt er in drei weiteren Anklagepunkten, in denen er im November für schuldig befunden worden war, jeweils 15 Jahre Haft. Die Haftstrafen werden gleichzeitig verbüßt.

Der als „Händler des Todes“ bekannte Bout war 2008 in Thailand festgenommen und später an die USA ausgeliefert worden. US-Agenten, die sich als Mitglieder der kolumbianischen FARC-Guerilla ausgaben, hatten ihn in ein fiktives Waffengeschäft verwickelt und unter anderem Raketen zum Abschuss von US-Flugzeugen verlangt. Im November wurde er unter anderem für schuldig befunden, den Verkauf von Waffen zur Tötung von US-Bürgern geplant zu haben. Zur Verkündung des Strafmaßes beteuerte Bout erneut seine Unschuld.

Der Russe soll Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert haben. Auch in Afghanistan soll er über Jahre Kriegsparteien mit Waffen versorgt haben, auch islamistische Terrorgruppen. Bout beherrscht angeblich sechs Fremdsprachen und verfügte in der Vergangenheit über verschiedene Tarnidentitäten. Sein schillerndes Leben war Vorlage für den Hollywood-Film „Lord of War - Händler des Todes“ mit Nicolas Cage. Bei dem Verfahren in New York ging es nur um die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Ermittlungen der US-Agenten, nicht um seine Geschäfte insgesamt.


Kommentieren