Dem Sozialmarkt Lienz fehlt Ware

Während manche Handelsketten und Geschäfte den Sozialmarkt regelmäßig beschenken, gibt es von anderen gar keine Warenspenden. Vor allem Grundnahrungsmittel bräuchte der Laden dringend.

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Von Catharina Oblasser

Lienz –„Ich hätte es mir ehrlich gesagt einfacher vorgestellt“, seufzt Charly Kashofer, Obmann des Vereins Lienzer Sozialmarkt. Der Sozialladen Lienz oder „Solali“ in der Schweizergasse, der im Dezember 2010 eröffnete, hat mittlerweile 220 registrierte Kundinnen und Kunden. Es gibt zwar ein Limit von maximal 10 Euro pro Einkauf, aber trotzdem fehlt es immer wieder an Lebensmitteln und Waren, um alle Käufer zu versorgen. „Vor allem Grundnahrungsmittel haben wir oft zu wenig. Mehl, Zucker, Reis oder Nudeln bräuchten wir viel mehr“, meint Kashofer. Marktleiterin Silvia Kilzer muss diese Waren immer wieder im regulären Handel zukaufen – zu den üblichen Preisen, versteht sich. „Wir geben diese Sachen aber trotzdem viel billiger ab, um ein Drittel oder Viertel des ursprünglichen Preises“, meint der Solali-Obmann.

Dabei unterstützen große Ketten wie Interspar, Billa oder der dm-Drogeriemarkt die soziale Idee. Auch die Osttiroler Bäcker beschenken den Markt, heimische Bauern liefern Eier und Kartoffeln. „Gar nichts bekommen wir von so manchem großen Diskonter, angeblich aus Haftungsgründen“, meint Kashofer. Aus der Salzburger Lidl-Zentrale hieß es auf Anfrage der TT: „Pro Region unterstützen wir eine soziale Einrichtung mit Lebensmitteln. In Osttirol ist dies das Österreichische Rote Kreuz mit seiner Gratis-Tafel.“ Bei anderen befragten Unternehmen war am Freitag niemand für eine Stellungnahme erreichbar, eine Antwort wurde der TT jedoch für kommenden Dienstag versprochen.

Von den 220 Kundinnen und Kunden stammen etwa 150 aus der Stadtgemeinde Lienz, die Übrigen kommen aus ganz Osttirol. „Alle Altersgruppen, von ganz Jungen bis zu Pensionisten, sind vertreten“, sagt Silvia Kilzer. Auch viele Alleinerziehende nützen die günstige Einkaufsmöglichkeit im Solali. Damit der Abgang, den die Stadt Lienz trägt, möglichst klein bleibt, lässt sich das Team immer wieder Aktionen einfallen, wie einen Imbiss-Verkauf am Christkindlmarkt, einen Auftritt bei der Osttirol-Messe oder einen Flohmarkt im Kolpingsaal. Für Mai ist ein Tag der offenen Tür im Solali in der Schweizergasse geplant. Freiwillige Helfer und Sponsoren finden beim Sozialmarkt ein großes Betätigungsfeld, meinen Kashofer und Kilzer. „Wir sind für jede Art der Unterstützung und Mitarbeit dankbar!“

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