Ja zu umstrittener Deponie

Lange wehrte sich die Gemeinde Oberperfuss gegen eine Aushubdeponie – ohne Erfolg. Jetzt ist der positive Bescheid da.

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Von Christoph Mair

Oberperfuss –Wann die Lkw-Lawine anrollt, ist noch nicht ganz klar, dass sie kommt, hingegen fix: Denn der Antrag eines Unterländer Unternehmers auf den Betrieb einer Aushubdeponie im Oberperfer Ortsteil Aigling erhielt einen positiven Bescheid der Bezirkshauptmannschaft (BH), bestätigt Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher.

„Sehr glücklich sind wir nicht damit“, merkt die Ortschefin an. Schließlich müssen sich die Schwerfahrzeuge auf ihrem Weg zur Deponie teils bergauf durch den halben Ort quälen. „Und da gibt es gefährliche Engstellen.“ Allerdings habe die Gemeinde rechtlich überhaupt keine Möglichkeiten, die Deponie zu verhindern. „Wir hatten keine Parteistellung.“

Um die rechtliche Ohnmacht der Gemeinde weiß zwar auch Gemeindevorstand Christian Schöpf, dennoch steht für ihn außer Zweifel, „dass wir die Deponie der Bürgermeisterin zu verdanken haben“. Obojes-Rubatscher habe nach Bekanntwerden des Ansuchens viel zu lange gezögert und sei bei der ersten Verhandlung nicht dagegen aufgetreten. Das Ergebnis dieses fehlenden Engagements sei eine zwei Jahre laufende Deponie mit einem Schüttvolumen von 17.000 Kubikmetern. Die Lkw dürften von Montag bis Samstagmittag fahren. Zu allem Überfluss führe die Route nahe an der Volksschule Oberperfuss-Berg und einem Spielplatz vorbei, merkt Schöpf an.

Den Vorwurf, die Gemeindeinteressen nicht vertreten zu haben, lässt Obojes-Rubatscher nicht auf sich sitzen. „Ich habe versucht, auf die Lage von Schule, Spielplatz und Spazierwegen aufmerksam zu machen.“ Genützt habe es nichts, genauso wenig wie Unterschriftenlisten von betroffenen Anrainern, die zweimal zur BH gesandt worden seien.

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Diese Machtlosigkeit, bei der gleichzeitig viele Menschen die Belastungen zu tragen hätten, stößt Obojes-Rubatscher sauer auf. „Hier gehört das Abfallrecht schleunigst geändert.“ Eine Parteistellung für die Standortgemeinde wäre ein absolutes Muss. Ihr gehe es nicht darum, Aushubdeponien grundsätzlich zu verhindern. „Jeder Häuslbauer ist froh darum.“ Für die Schüttung eines heimischen Frächters, die je nach Bedarf bedient werde, habe jeder Verständnis, nicht aber für eine mit System und Aushub von überallher befüllte Deponie.


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