Den Beginn des Lebens in den Mittelpunkt rücken

Das Krankenhaus St. Johann verzeichnet seit Jahren eine Steigerung bei den Geburten. Neuerungen machen diesen Trend möglich.

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Von Verena Hofer

St. Johann –Vom viel zitierten Geburtenrückgang ist im Bezirkskrankenhaus St. Johann nichts zu merken. Erblickten im Jahr 2009 606 Kinder das Licht der Welt, sind es zwei Jahre später bereits 669 neue Erdenbürger. Christian Deetjen, Leiter der Wochenstation, weist darauf hin, dass das Einzugsgebiet im Bezirk rund 500 Geburten jährlich beinhalte. „Bereits jedes 6. Neugeborene kommt aus einem anderen Bezirk“, erklärt Deetjen und fügt hinzu, dass dabei auch werdende Eltern aus dem benachbarten Salzburg zur Geburt nach Tirol kommen.

Liegt die österreichweite Kaiserschnittrate auch bereits bei 29 Prozent – die St. Johanner liegen unter dem allgemeinen Durchschnitt. Zurückzuführen ist dies auch auf die vorbeugenden Untersuchungen, die bereits in der 35. Schwangerschaftswoche stattfinden. „Dabei werden die Räumlichkeiten besichtigt und auch für das Ansprechen von Ängsten bleibt Zeit“, erörtert die leitende Hebamme Michaela Draschl. Des Weiteren werden Geburtsvorbereitungskurse im Wasser, die der Entspannung dienen sollen, angeboten. Bei Bedarf werden auch Akupunktur und Homöopathie durchgeführt. Ausgebildet sind ein Teil der Ärzte, Schwestern und Hebammen auch für die Internationale Stillberatung (IBCLC). Da die Wochenstation noch im alten Trakt des Krankenhauses beheimatet ist, sollen Adaptierungsmaßnahmen und Umbauarbeiten im Juni folgen. Angedacht ist dabei ein eigenes Wehenzimmer sowie ein Buffetraum. Zu den Visionen der Belegschaft zählen auch ein Frühstücksraum sowie ein eigener Platz für Besucher. Entschieden wird kommende Woche, welche Maßnahmen in die Realität umgesetzt werden.

Die sichtbarste Veränderung für Besucher der Station sind mit Sicherheit die Babybetten. In Form eines Schiffes wurden die Holzbetten gebaut, wobei das große weiße Stoffsegel nicht fehlen darf. Um Fotos vom jüngsten Familienmitglied schnellstmöglich verschicken zu können, wird demnächst ein eigener Computer bereitgestellt. „Dort können Eltern über einen Touchscreen die ersten Fotos von ihrem Kind sofort an Freunde senden“, erklärt Deetjen die Neuerung. Auch eine professionelle Babyfotografin ist seit Anfang März im Dienst. An vier Vormittagen in der Woche werden die Neugeborenen ins rechte Licht gerückt. Auch Eltern- und Geschwisterfotos werden gemacht. Bewundern kann man die Fotos auf der Webseite des KH St. Johann.


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