Frost lässt deutsche Produktion schrumpfen

Berlin (APA/Reuters) - Der strenge Frost hat die deutsche Bauwirtschaft im Februar empfindlich getroffen. Ihre Leistung brach um 17,1 Prozen...

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Berlin (APA/Reuters) - Der strenge Frost hat die deutsche Bauwirtschaft im Februar empfindlich getroffen. Ihre Leistung brach um 17,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat ein, teilte das deutsche Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Das riss die gesamte Produktion in Deutschland mit nach unten. Die Unternehmen stellten insgesamt 1,3 Prozent weniger her. Von Reuters befragte Analysten hatten nur ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. „Die spürbare Abschwächung wurde maßgeblich durch witterungsbedingte Faktoren bestimmt“, schrieb das Ministerium. Im Jänner gab es noch ein Wachstum von 1,2 Prozent, das aber kleiner ausfiel als zunächst mit 1,6 Prozent angegeben.

Der Wintereinbruch zu Monatsbeginn mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich traf vor allem die Baubranche, weil die Außenarbeiten ruhen mussten. Dagegen profitierten die Energieversorger von der Kälte: Ihre Erzeugung legte um 1,6 Prozent zu. Die Industrie drosselte ihre Produktion dagegen um 0,4 Prozent. Ihr macht vor allem die Auftragsflaute zu schaffen. Ihre Bestellungen legten im Februar um magere 0,3 Prozent zu. Das reichte nicht aus, um den im Jänner erlittenen Rückgang von 1,8 Prozent wettzumachen. Das lag vor allem an der schwächelnden Nachfrage aus den Euroländern.

„Das sind enttäuschende Daten“, sagte Citigroup-Ökonom Jürgen Michels. „Es kann sein, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal noch mal schrumpft.“ Bereits am Jahresende 2011 war das Bruttoinlandsprodukt zum ersten Mal seit fast drei Jahren zurückgegangen, wenn auch nur um 0,2 Prozent. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von einer Rezession gesprochen.

Einen starken Aufschwung erwarten die meisten Experten nicht. „Da es beim Auftragseingang noch keine Wende nach oben gab, dürfte die Industrieproduktion in den kommenden Monaten allenfalls leicht steigen“, erwartet Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. Allerdings deuten viele Indikatoren darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr etwas an Fahrt gewinnt. Der Ifo-Index - der die Entwicklung der deutschen Konjunktur zuverlässig voraussagt - stieg zuletzt vier Monate in Folge. Impulse werden vor allem von der Binnennachfrage erwartet.

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Die Hersteller von Konsumgütern meldeten mit 2,1 Prozent die deutlichsten Produktionseinbußen. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie Chemikalien schwächte sich um 0,3 Prozent ab. Die Produzenten von Maschinen, Geräten und anderen Investitionsgütern stellten dagegen 0,3 Prozent mehr her.


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