Fließer Kraftakt für Barbarakirche

Am Ostersonntag läutet die berühmte Fließer Maaßglocke „mit neuer Stimme“ zum Gebet. Die Barbarakirche hingegen bleibt geschlossen. Das Gotteshaus wird restauriert – und ist auf einem guten Weg.

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Von Matthias Reichle

Fließ –Pfarrer Martin Riederer ruft seine Schäfchen derzeit besonders gern zur Messe – vielleicht nicht nur des gemeinsamen Gebets wegen, sondern aus musikalischen Vorlieben heraus. „Die Maaßglocke klingt viel voller“, meint der Priester, „mich freut‘s persönlich.“

Ob die Restaurierung des Glockenstuhls in der Barbarakirche tatsächlich auch akustische Auswirkungen hatte und der Barbarakirche eine melodischere Stimme verliehen hat, ist Geschmackssache. Und es war auch nicht der Grund der Arbeiten, die im letzten Herbst begonnen wurden.

Die Universität werde noch einmal eine Schwingungsmessung durchführen, so Riederer. Er ist optimistisch, dass die Probleme der Glocken behoben werden konnten. Aufgrund der letzten Renovierung von 1905 war die Schwingungsableitung bei den Türmen unterschiedlich. „Dies bedeutete eine Zer- reißprobe für die Kirche, außerdem waren auch die Balken von innen heraus verfault“, so Riederer. Die Maaßglocke wird selbstverständlich auch morgen Sonntag läuten, betont er. Und das, obwohl die Barbarakirche geschlossen bleibt. Die Türme sind nämlich nur ein kleiner Teil der Sanierungsarbeiten, die den Pfarrer seit letztem Jahr in Atem halten. Insgesamt 2,26 Mio. Euro kostet die gesamte Verjüngungskur der größten Filialkirche Tirols.

Und man ist inzwischen auf einem guten Weg. Auf der Habenseite stehen derzeit 1,517.000 Euro: 185.000 Euro vom Bundesdenkmalamt, 100.000 Euro von der Diözese Innsbruck, 600.000 Euro von der Landesgedächtnisstiftung, 300.000 Euro von der Gemeinde Fließ und 80.000 Euro von der Dorferneuerung und EU.

Darüberhinaus haben die Fließer bereits 60.000 Euro an Spenden aufgebracht. Außerdem kalkuliert der Pfarrer mit 4000 freiwilligen Arbeitsstunden der Bevölkerung und budgetiert diese mit 192.000 Euro. Man habe hier bei den letzten Kirchenrenovierungen gute Erfahrungen gemacht. Es bleibt eine Restsumme von 751.000 Euro, rechnet Riederer vor. „Ich habe festgestellt, dass wir mit sehr viel Wohlwollen bedacht werden“, so Riederer. Er glaubt, dass dies auch daran liegt, dass es mit der Renovierung der Stadtpfarrkirche Landeck nicht so schnell losgeht. „Wenn die beiden Renovierungen hintereinander ablaufen, kommt das beiden zupass.“ Freilich hat man auch in Fließ einige Punkte von der „Weihnachtswunschliste“ streichen müssen, weil sie zu teuer waren. Der Aus- und Anbau ans Widum zum Beispiel. In Kürze geht es an die Ausschreibung der Restaurationsarbeiten an Altären, Figuren und der Orgel.

Auch hat man sich dazu entschlossen, die höhere der beiden Emporen der Barbarakirche nach Juni abzureißen und nicht wieder aufzubauen, so Riederer. Die untere wird dafür aber doppelt so groß als bisher. Auch die Bänke und der Boden werden erneuert. Im aktuellen Zeitplan steht heuer auch die Gestaltung der Außenanlagen – ein Projekt der Gemeinde, das 155.000 Euro kosten soll. Ziel ist, die Restaurierung bis Ende 2014 abzuschließen. Und das „bleibt eine Mammutaufgabe“, betont der Pfarrer.


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