Meditationen zur Familie bei Papst-Kreuzweg im Kolosseum

Rom (APA/dpa) - Papst Benedikt XVI. hat Meditationen zur Familie ins Zentrum der traditionellen Kreuzweg-Andacht am Karfreitagabend vor dem ...

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Rom (APA/dpa) - Papst Benedikt XVI. hat Meditationen zur Familie ins Zentrum der traditionellen Kreuzweg-Andacht am Karfreitagabend vor dem Kolosseum in Rom gerückt. Das Kirchenoberhaupt bat das italienische Ehepaar Danilo und Anna Maria Zanzucchi von der Fokolar-Bewegung, in diesem Jahr die Betrachtungen zu den einzelnen Stationen auf dem Leidensweg Jesu zu verfassen. Es ist das erste Mal, dass diese Texte von einem Ehepaar vorbereitet wurden.

Die abendliche Zeremonie mit dem Papst an Roms Wahrzeichen gilt als besonders ergreifend. Tausende Gläubigen, Pilger und Touristen verfolgen sie.

Um Leiden und Lasten gemeinsam tragen zu können, bittet das Ehepaar in seinen Meditationen „um die Hilfe der Gesellschaft, der wir Familien als lebendiger und formender Teil angehören“, berichtete Anna Maria Zanzucchi im Radio Vatikan. Familien werde heute kein großer gesellschaftlicher Stellenwert zugestanden, beklagte sie.

Die Fokolar-Bewegung ist eine von der Italienerin Chiara Lubich gegründete katholische Gemeinschaft, die sich für Frieden, Familie und Zusammenhalt engagiert und auch enge Beziehungen mit Nichtkatholiken und Nichtchristen pflegt. Das seit 1953 verheiratete Ehepaar Zanzucchi leitete jahrzehntelang die Familienbewegung von Fokolare, „Famiglie Nuove“ (Neue Familien), der heute nach eigenen Angaben 800.000 Menschen angehören.

Mit der Gründonnerstagsmesse und der traditionellen Fußwaschung hatte Benedikt am Vorabend die Osterfeierlichkeiten des Vatikans begonnen. Er reinigte in der römischen Lateranbasilika zwölf Priestern die Füße, wie laut biblischer Überlieferung Jesus beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern. In Österreich erregte vor allem seine Predigt mit der Erwähnung der Forderungen der „Pfarrer-Initiative“ Aufsehen. Der Gründonnerstag gilt in der katholischen Kirche traditionell als Tag der Einsetzung des Priestertums durch Jesus Christus.

Weiterer Höhepunkt der Osterfeiern ist die Messe zur Osternacht am Samstagabend im Petersdom. Am Ostersonntag erteilt der Papst nach der feierlichen Ostersonntagsmesse auf dem Petersplatz den Segen „Urbi et orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis).

( S E R V I C E: Kreuzwegmeditationen 2012: http://www.vatican.va/news_services/liturgy/2012/documents/ns_lit_doc _20120406_via-crucis_ge.html )


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