Bürgermeister: Über 18.000 Kriegsopfer alleine in Sarajevo

Sarajevo (APA) - Im dreijährigem Bosnien-Krieg sind in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo nach Worten ihres Bürgermeisters Alija Behmen schä...

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Sarajevo (APA) - Im dreijährigem Bosnien-Krieg sind in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo nach Worten ihres Bürgermeisters Alija Behmen schätzungsweise 18.000 Menschen, darunter 1.600 Kinder, ums Leben gekommen. Zum 20. Jahrestag des Kriegsbeginns wurden im Stadtzentrum 11.541 rote Sessel für die Opfer aufgestellt. „Die Welt muss wissen, was passiert ist“, so Behmen zu den fast 800 Meter langen Sesselreihen im Stadtzentrum. Rund 50.000 Menschen wurden während der 44-monatigen bosnisch-serbischen Belagerung der Stadt verwundet.

Der Jahrestag rief auch die Erinnerungen an etliche Kulturereignisse während der Kriegszeit wach. So etwa an das Kriegstheater SARTR, das schon im September 1992 mit dem Stück von Dubravko Bibanovic „Luftschutzraum“, eine erste Theatervorstellung in der belagerten Stadt vorbereitete und damit zum Widerstand animierte. Bis zum Kriegsende wurden 2.000 Vorstellungen gespielt, auch für Kinder. Man wollte die Kinder von der Straße weg bringen, erinnerte sich der Gründer des Sarajevoer Kriegstheaters, Safet Plakalo, zum Jahrestag. Man habe damals das Gefühl gehabt, etwas wirklich wichtiges für die Stadt getan zu haben, so Plakalo.

„Sarajevo ist eine vitale und kräftige Stadt, die ihre Erbauer, Verteidiger, Architekten hatte“, erklärte der Präsident des bosnischen Staatspräsidiums Bakir Izetbegovic bei der Kranzniederlegung für die Kriegsopfer.

Bosnisch-serbische Medien haben sich zum Jahrestag eher auf kurze Berichte beschränkt. Der 6. April 1992 sei der Beginn der Vertreibung von Serben aus Sarajevo gewesen. Vor dem Krieg hätten dort 160.000 Serben gelebt, heute nur 10.000, berichtete der TV-Sender RTRS in Banja Luka.

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Im dreijährigen Bosnien-Krieg kamen rund 100.000 Menschen ums Leben. Mehr als 10.000 gelten weiterhin als verschollen.


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