EDF/Alstom machen das Rennen um französischen Meeres-Windpark

Paris (APA/AFP) - Den Löwenanteil des Milliardengeschäfts für den ersten französischen Windpark auf See hat sich ein Konsortium der französi...

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Paris (APA/AFP) - Den Löwenanteil des Milliardengeschäfts für den ersten französischen Windpark auf See hat sich ein Konsortium der französischen Konzerne EDF und Alstom gesichert. Die Unternehmen erhielten am Freitag den Zuschlag für drei der fünf ausgeschriebenen Anlagen, wie der französische Industrieminister Eric Besson in Paris mitteilte. Die vergebenen Standorte sollen nach seinen Angaben sieben Mrd. Euro Investitionen und 10.000 Arbeitsplätze bringen.

Eine weitere Anlage des Windparks vor der Küste der Normandie, der Bretagne und der westfranzösischen Region Pays de la Loire ging laut Besson an die spanische Gruppe Iberdrola, die zusammen mit dem französischen Areva-Konzern angetreten war.

Als einziges deutsches Unternehmen hatte sich Siemens zusammen mit dem französischen Energieversorger GDF Suez für einen der fünf Standorte beworben, an denen bis zu 600 Windräder entstehen sollen. Diese Bewerbergruppe ging aber leer aus, der fünfte Standort wurde vorerst nicht vergeben, weil der veranschlagte Strompreis laut Besson zu hoch war. Dazu solle es nun eine neue Ausschreibung geben.

Während der Ausschreibung des französischen Staates zu dem Zehn-Milliarden-Euro-Projekt hatten deutsche Unternehmen vor einer Bevorzugung französischer Firmen gewarnt. Es könne nicht verlangt werden, dass für den Windpark vor Ort produziert werden müsse, hatte es geheißen.

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Alstom kündigte nun unmittelbar nach Bekanntgabe der Ergebnisse den Bau von vier Fabriken in Frankreich an. Es würden 7.500 Arbeitsplätze direkt oder indirekt geschaffen, teilte das Unternehmen mit. Es gehe um Bestellungen im Wert von mehr als zwei Mrd. Euro für Alstom. 240 Windräder würden an den drei Standorten ab 2014 nach und nach errichtet. An dem Konsortium um EDF/Alstom ist auch das dänische Unternehmen Dong Energy beteiligt.

Neben Alstom hatte auch der französische Atomkonzern Areva angekündigt, bei einem Zuschlag neue Fabriken in Frankreich zu bauen. Besson räumte nun ein, dass ein Standort an Iberdrola/Areva vergeben worden sei, obwohl EDF/Alstom für alle vier Anlagen am besten platziert gewesen sei. Ziel sei es gewesen, einem zweiten Konsortium „eine Chance“ zu geben, damit die Auswirkungen auf die Industrie maximiert werden könnten.

Di fünf Standorte des riesigen Windparks sollen bis 2015 insgesamt drei Gigawatt Strom erzeugen - etwa so viel wie drei Atomkraftwerke. Die bisher vergebenen vier Standorte sollen zwei Gigawatt bringen. Bis 2020 sind sogar 1.200 Windräder mit einer Produktion von sechs Gigawatt geplant.

Führend bei der Windenergie auf See ist bisher Großbritannien, gefolgt von Deutschland. Frankreich setzte bisher vor allem auf die Atomkraft. Das Land ist der größte Atomstromproduzent und bezieht drei Viertel seiner Energie aus den 58 Atomreaktoren.


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