Er hat die große Klappe und noch mehr dahinter

Der facegeliftete Audi A5 Sportback sieht gut aus und hat unverschämt viele Talente, insbesondere in der 3.0-TDI-Quattro-Variante.

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Von Markus Höscheler

Innsbruck –Gleich vorweg: Er kann es sich leisten, seine Klappe groß aufzumachen. Im Gegensatz zu seinem Stufenheckbruder A4 hat der fließend gezeichnete Audi A5 Sportback eine riesige Hecköffnung, die ein Ladevolumen von netto 480 Litern freigibt. Das klingt einladend – und genau das ist der vor Jahreswechsel überarbeitete, coupéförmige Ingolstädter auch. Er verfügt über eine Fülle von Fähigkeiten, die er ungehemmt zeigen kann. So ist er ungemein zügig beim Beschleunigen, geschuldet dem Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel, der unter der Motorhaube 245 Pferdestärken mobilisiert. Das muntere Maschinchen gibt sich dabei akustisch sehr zurückhaltend, beim Verbrauch angemessen – 7,7 Liter Treibstoff je 100 Kilometer im Testdurchschnitt –, und scheint gesegnet zu sein mit nahezu endloser Ausdauer.

Die Bereitstellung der Leistung würde zum Teil eine sinnlos vergeudete sein, gelänge nicht der Kraftschluss mit allen vier Räder, verantwortet von Audis stets zuverlässigem Quattro-Allradsystem. Eine weitere, hinsichtlich der Traktion ratsame Verknüpfung ist den Audi-Entwicklern bei der Kraftüberbrückung mit dem S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe gelungen. Zielsicher legt es wie von Zauberhand die sieben Gänge selbst ein. Für noch dynamischer orientierte Zeitgenossen gibt es einen höher ausdrehenden Sportmodus, als dritte Variante besteht die Möglichkeit des manuellen Schaltens.

Der Antriebsstrang wäre jedoch nur ein halber Fahrgenuss, verfügte der A5 Sportback über ein lieblos arrangiertes Fahrwerk und eine unpräzise, gefühllose Lenkung. Mitnichten: Recht straff ist die Abstimmung des Fünftürers ausgefallen, sehr direkt die elektromechanische Lenkung. Diese lässt sich allerdings zusätzlich über das optionale Audi Drive Select individuell anpassen.

Sehr anpassungsfähig ist obendrein die Innenraumgestaltung. Im Testwagen kommen unter anderem großzügige Nappa-Belederung und die MMI-Navigation zur Geltung – wobei die angezeigten nicht mehr ganz dem angehobenen Audi-Standard, zuletzt gesehen im A6, A7 und A8, entspricht. Die Zutaten sind jedoch allemal sehr nützlich und haben die Eigenschaft, den Basispreis des 3.0 TDI Quattro von 54.150 Euro um einige Tausender zu pushen. Auch hier kann sich Audi die große Klappe leisten.

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