Ein Koreaner steht in voller Blüte

Die zweite Generation von Hyundais Kompaktwagen ist richtig erwachsen geworden: Individuelle Formensprache und wertige Innenausstattung paaren sich mit komfortablem Fahrverhalten.

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Von Markus Höscheler

Innsbruck –Dass nicht nur deutsche Unternehmen Autos bauen können, haben Betriebe bestimmter Nationen schon bewiesen. Die Franzosen tun es gelegentlich, den Japanern gelingt dies ebenso von Zeit zu Zeit, die Amerikaner verdienen sich hin und wieder den gebührenden Respekt. Und die Koreaner? Die fahren derzeit im Eiltempo Richtung Wertigkeit. Schon der Mittelklassekombi i40 erregte im vergangenen Jahr mit seiner Verarbeitung Aufsehen, in diesen Tagen ist es der am Markt lancierte i30. Der Kompaktwagen, nunmehr die zweite Generation, zeigt unverhüllt, was die Südostasiaten in den vergangenen Jahren gelernt haben – und das ist eine ganze Menge.

Fangen wir beim Design an: Dem 4,3 m langen Wagen ist eine moderne Ausstrahlung nicht abzusprechen, das zeigen der zweigeteilte Hexagon-Kühlergrill, dynamisch geschnittene Frontscheinwerfer, die sich oberhalb der deutlich hervorgehobenen Radhäuser in die Flanken ziehen. Dazu gesellen sich pikant modellierte Nebelscheinwerfer, die übrigens schon in der Basisausstattung Europe Serie sind. Seitliche Karosserieeinzüge oberhalb des Schwellers, eine markante Falz auf Höhe der Türgriffe und unförmige Heckleuchten bestätigen die individuelle Formensprache des Hyundai i30. Ein knapper Dachspoiler, und ein schräges Heckfenster geben im Zusammenhang mit der hinten abfallenden Dachlinie ein stimmiges Bild ab.

Glücklicherweise glänzt der i30 nicht nur außen – wobei es des Hinweises bedarf, dass der Testwagen mit einer Fülle von aufpreispflichtigen Extras bestückt ist: Im Interieur finden wir beispielsweise Lederbezug, Teil des Luxussitzpakets, das um 1490 Euro (brutto) erwerbbar ist. Die gefälligen und sehr übersichtlichen Supervision-Armaturen sind Bestandteil des Lichtpakets, das gegen einen Obolus von 1390 Euro zudem Xenon-Scheinwerfer samt Reinigungsanlage enthält. Eine Gebühr von 1490 Euro ist fällig für das installierte Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Farbmonitor und Rückfahrkamera: Das Display besticht mit hoher Auflösung, das Kamerabild offenbart seine Nützlichkeit beim Einparken, da der i30 zeichnungsbedingt nach hinten mit Übersichtlichkeit geizt.

Geiz allerdings ist keine Stärke des i30, den wir hier besprechen, zumal ein gläsernes Panoramaschiebedach Licht und Luft in den kompakten Koreaner fluten lässt. Dies aber nur, wenn der i30-Interessent seinen Willen bekundet, 1190 Euro dafür zu bezahlen.

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Die beschriebenen Zutaten tragen dazu bei, den Kaufpreis unseres i30 von 22.990 Euro auf über 30.000 Euro anzuheben. Der Basispreis entspricht der Premium-Ausführung des mit einem 128 PS starken 1,6-Liter-Turbodiesel bestückten Fahrzeugs. Das Aggregat leistet vor allem in den niederen Gängen gute Dienste und verhält sich akustisch unauffällig. Die Gänge fünf und sechs hingegen eignen sich zum Kraftstoffsparen, nicht zum raschen Beschleunigen. Der insgesamt erzielte Testverbrauch von 5,8 Litern je 100 Kilometer enthält höhere Tempi auf deutschen Autobahnen, lässt sich also mit dem gebotenen Respekt gegenüber den österreichischen Verkehrsvorschriften um einige Zehntelliter drosseln. Recht ausgewogen ausgefallen ist das Fahrwerk mit seiner eher komfortablen Auslegung. Die dreistufig einstellbare Lenkung ist zwar sehr leichtgängig, die gewünschte Präzision haben wir jedoch nicht vorgefunden. Was aber den positiven Eindruck des i30-Gesamtpakets nicht schmälert, zumal Hyundai es mit einer 5-Jahres-Garantie garniert.


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