Schützenchef entschuldigt sich für Brief

Von Peter Nindler...

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Von Peter Nindler

Innsbruck, Bozen –Angesichts der heftigen Debatten über den Freiheitsmarsch der Südtiroler Schützen am Samstag in Bozen ist der Südtiroler Schützenkommandant Elmar Thaler um Beruhigung bemüht. Einige Südtiroler Schützen wollen nicht an der Veranstaltung „Ohne Rom in die Zukunft“ teilnehmen, weil sie sich nicht politisch vereinnahmen lassen wollen. Südtiroler Volkspartei (SVP), Freiheitliche und Grüne distanzieren sich, lediglich die Süd-Tiroler-Freiheit und die Union wollen die „Los von Rom“-Proklamation entgegennehmen.

Auslöser für die Verstimmungen war auch ein Brief Thalers an die Landtagsabgeordneten. „Mit unserer Willenserklärung sind Sie im Landtag legitimiert, alle notwendigen politischen Schritte für die Loslösung Südtirols von Italien in die Wege zu leiten“, forderte Thaler die Politiker auf. Gegenüber der TT sieht er den „von manchem Parteifunktionär missverstandenen Einladungsbrief an die Südtiroler Landtagsabgeordneten“ nicht dramatisch. „Dieser war niemals auf Überheblichkeit ausgelegt.“ Thaler lenkt jedoch ein und betont: „Wenn das jemand so verstanden hat, dann entschuldigen wir uns. Man möge darüber hinwegsehen, wenn in Bozen am 14. April viele Menschen aus allen Landesteilen zusammenkommen, geht es schließlich um die Zukunft unserer Heimat. Und nicht um Personen oder Vorzüge.“

Den vom VP-Südtirol-Sprecher erhobenen Vorwurf der parteipolitischen Vereinnahmung weist Thaler zurück. „Der Schützenbund hat absichtlich alle deutschen Parteien gleichberechtigt eingeladen und keine der Zukunftsvision der jeweiligen Parteien favorisiert. Wenn eine Partei nun nicht mitmachen will und zusätzlich jeden Gesprächstermin seit letztem Sommer mit fadenscheinigen Argumenten platzen lässt, dann steht es dieser Partei durchaus frei, abzusagen.“ Aber es sei nicht fair, Wochen nach der Absage zu argumentieren, der Schützenbund würde sich von einer anderen Partei instrumentalisieren lassen, übt Thaler scharfe Kritik an der Südtiroler Volkspartei.

Der Schützenbund vertritt laut Thaler seit über 50 Jahren dieselben Anliegen. „Ob sich Parteien dieser Linie annähern oder sich von dieser Linie entfernen, liegt nicht im Einflussbereich des Schützenbundes, sondern im Ermessen der jeweiligen Partei.“

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Beim Freiheitsmarsch wird auch eine Abordnung des Nordtiroler Schützenbundes unter Führung von Schützen chef Fritz Tiefenthaler mitmarschieren.


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