Mehr als 100 Soldaten von Lawine begraben - Kaum noch Hoffnung

Kein Lebenszeichen von den Verschütteten: Die Hoffnung die 135 Personen lebend zu bergen schwinden zusehends.

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Islamabad – In Pakistan gibt es kaum noch Hoffnung auf die Rettung von 135 Menschen, die am Samstagmorgen von einer Schneelawine verschüttet wurden. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass jemand das Unglück überlebt haben könnte, erklärte das Militär am Sonntag. „Wir können nur auf ein Wunder hoffen.“

Das Unglück ereignete sich nahe des Siachen-Gletschers im Karakorum-Gebirge in 4500 Metern Höhe an der Grenze zu Indien. 124 Soldaten und elf Zivilisten wurden an einem Militärstützpunkt verschüttet.

Schnee türmt sich bis zu 25 Meter hoch

Die Armee hatte erklärt, die Schneemassen der Lawine erstreckten sich über ein Gebiet von einem Kilometer und hätten sich an der Unglücksstelle bis zu 25 Meter hoch aufgetürmt.

Der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani zeigte sich bestürzt über die Katastrophe. Er versicherte zugleich, dass sie der „hohen Moral der Soldaten und Offiziere“ nicht anhaben werde.

In den Bergen Pakistans, des benachbarten Afghanistan und der Kaschmir-Region herrschen oft extreme Wetterbedingungen. Durch Lawinen und Erdrutsche werden immer wieder Straßen unpassierbar und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Im Februar wurden mindestens 16 indische Soldaten von zwei Lawinen getötet. Die Region Siachen liegt nahe der vier auf pakistanischer Seite liegenden mehr als 8.000 Meter hohen Berge K2, Broad Peak, Gasherbrum I und Gasherbrum II.

Die Kaschmir-Region liegt teils in Pakistan, teils in Indien. Beide Seiten beanspruchen die gesamte Region für sich. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 führten die beiden Atommächte zwei ihrer drei Kriege um die Region. Beide Länder entsandten tausende Soldaten nach Kaschmir, wobei bereits mehr Soldaten durch die extremen Wetterbedingungen als durch Kampfhandlungen getötet worden sein sollen. (Reuters/AFP/APA)


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