Weltmeisterliche Edelbrenner

Abermals goldene Zeiten für die Oberländer Christoph Kössler und Gerhard Maass. Sensorik ist für beide das wichtigste Messinstrument.

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Von Helmut Wenzel

Stanz, Prutz –Sie sind Ausnahmekönner in der Zunft, in der es auf feinste Wahrnehmungen der Sinnesorgane ankommt: Die experimentierfreudigen Edelbrenner Christoph Kössler aus Stanz bei Landeck und Gerhard Maass aus Prutz dürfen sich über hochkarätige Auszeichnungen beim World-Spirits Award 2012 in Klagenfurt freuen. Dort musste die Jury immerhin 391 Destillate aus 30 Nation klassifizieren und bewerten.

Kössler, einziger Voll­erwerbsproduzent im Brennereidorf Stanz, hat erstmals für alle sieben eingereichten Brände wie Williams und Zwetschke je eine Goldmedaille erobert. Womit er bei der 9. Auflage des World-Spirits Award sein bestes Ergebnis erzielte. „Es gab keine Streichungen“, resümiert er, „noch dazu habe ich relativ junge Produkte eingereicht, die meisten waren aus dem Jahr 2011.“ Die größte Freude beschert ihm das mit 96 Punkten am höchsten bewertete Produkt „Gerste im Eichenfass“. „In meinen Holzfässern liegt die Wahrheit drinnen“, scherzt er, „das Produkt reift hier zehn Jahre lang.“ Dass das Preisniveau bei mindestens 100 Euro pro Liter liegt, hat gute Gründe. „In den Fässern ist viel Kapital gebunden“, erläutert der qualitätsfanatische Stanzer.

Apropos Qualität: Der Erfolg der Destillate steht und fällt mit der Sensorik der Brenner, wie die beiden Oberländer betonen. Sie reden von der Kompetenz der Sinnesorgane. „Die beste computergesteuerte Anlage nützt nichts, wenn die persönliche Handschrift beim Produkt fehlt“, stellt der „Turabauer“ Gerhard Maass fest. Für die beiden weltmeisterlichen Oberländer hat die geschulte, treffsichere Sensorik einen weitaus höheren Stellenwert als der Computer: „Sensorik heißt langjähriges Lernen, Vergleichen und Experimentieren.“

Den Titel „Spirits of the Year“ hat die Jury u. a. für den Johannisbeer- und Himbeerlikör des Prutzers vergeben. „Für mich ist es eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, freut sich Maass.

Sein Ziel für den Wettbewerb 2013 definiert er so: „Qualität verpflichtet. Daher will ich auf jeden Fall meinen Qualitätsstandard halten.“ Zudem bedeute die Weiterentwicklung der Produkte eine ständige Herausforderung. „Das heißt, in unserer Zunft lernt man nie aus“, so Maass.


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