Chavez fliegt 2 - Stoßgebet: „Lieber Gott, hol‘ mich noch nicht!“

Medienberichten zufolge hatte Chavez kurz vor dem Abflug nach Havanna seine Eltern und Geschwister in seinem venezolanischen Heimatstaat Bar...

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Medienberichten zufolge hatte Chavez kurz vor dem Abflug nach Havanna seine Eltern und Geschwister in seinem venezolanischen Heimatstaat Barinas besucht, wo für ihn eine Messe gelesen wurde. Während des Gottesdienstes richtete der als Linksnationalist geltende Präsident mediengerecht ein Stoßgebet in Richtung Himmel: „Lieber Gott, hol‘ mich noch nicht!“

Weiters flehte Chavez laut der spanischen Tageszeitung „El Pais“ vor laufenden TV-Kameras: „Lass mich noch leben, auch wenn es ein schmerzvolles Leben voller Plagen sein sollte. Das ist mir egal. Schenk mir das Leben, weil ich noch viele Dinge für dieses Volk und diese Heimat erledigen muss. Nimm mich noch nicht mit, gib mir dein Kreuz, gib mir deine Dornen, ich bin bereit sie zu tragen, wenn ich am Leben bleibe.“ Seine Mutter und viele weitere Mitglieder der Familie saßen bei dem Gottesdienst in der ersten Reihe. Noch nie habe Chavez seine Angehörigen so in den Mittelpunkt gerückt, analysierte „El Pais“.

Venezolanische Kirchenkreise reagierten auf den Auftritt von Chavez mit Skepsis. In seiner bisherigen Amtszeit galt das Verhältnis des Staatsoberhaupts, der am 7. Oktober bei den Präsidentenwahlen für ein drittes Mandat kandidieren will, zur Kirche als ziemlich angespannt. Der Erzbischof von Caracas, Kardinal Jorge Urosa Sabino, erklärte jedoch: „Es erscheint mir sehr gut, dass der Präsident solche religiöse Empfindungen hat, hoffen wir, dass sie authentisch sind. Der Weg von Jesus Christus ist der Weg der Liebe, dem wir alle folgen sollten, auch ein Bürger wie der Präsident der Republik.“

Vor ein paar Jahren hatte Chavez Urosa noch als vom wirklichen Leben abgewandten „Höhlenmenschen“ bezeichnet und betont, dass seine Regierung sehr weit vom katholischen Klerus enfernt stehe. Dem Papst sprach Chavez das Recht ab, sich als „Vertreter von Christus auf Erden“ zu bezeichnen, weil „Christus in Wahrheit durch das Volk verkörpert“ werde, „das für die Gerechtigkeit und die Befreiung der Armen kämpft.“

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Hingegen zirkulierten in Caracas zuletzt Gerüchte, wonach sich Regierungskreise in Venezuela massiv darum bemüht hatten, während des jüngsten Papst-Besuchs auf Kuba ein Treffen zwischen Chavez und Benedikt XVI. zu organisieren. Dazu kam es aber nicht.

Die Transparenz-Aktivisten von Wikileaks wollen aus gehackten Mails der Ärzte des venezolanischen Präsidenten wissen, dass der 57-Jährige nur noch maximal zwei Jahren an Lebenszeit zu erwarten hat. Die spanische Zeitung „El Pais“ berichtete unter Berufung auf Wikileaks, dass bei Chavez ein Tumor in der Nähe der Prostata zu wachsen begonnen und sich zum Dickdarm ausgebreitet habe. Inzwischen hätten Krebszellen bereits Lymphknoten und Knochenmark erreicht, was ein so gut wie sicheres Todesurteil bedeuten würde.


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