Traditionelle Ostermärsche in mehreren Dutzend deutschen Städten

Berlin (APA/AFP) - In mehreren Dutzend deutschen Städten hat die Friedensbewegung am Samstag mit ihren traditionellen Ostermärschen gegen Kr...

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Berlin (APA/AFP) - In mehreren Dutzend deutschen Städten hat die Friedensbewegung am Samstag mit ihren traditionellen Ostermärschen gegen Krieg, Gewalt und atomare Bedrohung protestiert. „Politische Probleme können können nur politisch gelöst werden. Kriegsabenteuer bringen Tod und Zerstörung“, erklärten die Veranstalter. Sie forderten „Kriege und Kriegsvorbereitungen zu stoppen“. Zudem setzten sie sich für den Rückzug der deutschen Bundeswehr von allen Auslandseinsätzen ein.

Die Ostermarschierer äußerten sich auch um die durch ein Gedicht von Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass befeuerte Debatte um einen möglichen Konflikt von Israel und dem Iran. Der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen, äußerte seine Sorge über die politische Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. „Wir wollen, dass die Menschen in Israel - aber auch in Palästina, im Irak und in Syrien - in Frieden leben können“, erklärte er.

„Kriegsdrohungen und Kriegsvorbereitungen vergiften die politische Atmosphäre“, erklärte van Ooyen weiter. Es gebe kein Recht auf Präventivkriege und Erstschläge. „Sie verstoßen gegen das Völkerrecht und sind Verbrechen, die geächtet werden müssen.“

Grass hatte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Gedicht „Was gesagt werden muss“ der israelischen Regierung vorgeworfen, mit ihrer Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Dabei ging es vor allem um die Möglichkeit eines Angriffs Israels auf iranische Atomanlagen.

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Bundesweit sind dieses Jahr an den Ostertagen mehr als 70 Demonstrationen, Kundgebungen, Friedensgottesdienste und andere Aktionen geplant. Dabei werden auch Militär- und Atomstandorte wie etwa Ramstein, Jülich und Gronau in die Aktionen einbezogen. Die ersten Ostermärsche in der Bundesrepublik fanden 1960 statt. Damals hatten Pazifisten den Atomraketen-Übungsplatz Bergen-Hohne im Kreis Celle als Ziel eines dreitägigen Sternmarsches ausgesucht.


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