Chavez kehrt für dritte Runde der Chemotherapie nach Kuba zurück

Caracas (APA/AFP) - Venezuelas krebskranker Präsident Hugo Chavez ist am Samstag zur Fortsetzung seiner Chemotherapie in die kubanische Haup...

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Caracas (APA/AFP) - Venezuelas krebskranker Präsident Hugo Chavez ist am Samstag zur Fortsetzung seiner Chemotherapie in die kubanische Hauptstadt Havanna geflogen. „Wir werden lebendig und siegreich bleiben“, schrieb der 57-Jährige vor seinem Abflug auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Während einer Messe in seinem Heimatstaat Barinas hatte sich der linkspopulistische Politiker am Donnerstag in einem emotionalen Appell an Gott gewandt, ihm noch mehr Zeit auf Erden zu lassen.

Chavez, der das südamerikanische Land seit 1999 regiert, hatte sich einige Tage bei seiner Familie im Bundesstaat Barinas aufgehalten. Bei eine Messe zum Gründonnerstag flehte er Gott mit brechender Stimme an, ihn noch nicht zu sich zu holen. „Gib mir Deine Dornenkrone Christus und ich werde bluten. Gib mir Dein Kreuz, hunderte Kreuze, und ich werde sie für Dich tragen. Aber gib mir Leben, weil ich noch so vieles für mein Volk und mein Land zu tun habe“, sagte Chavez. Er war kurz zuvor von der Krebsbehandlung in Kuba wieder gekommen.

Bei der selben Messe am Donnerstag brach Chavez in Tränen aus. Umgeben von seinen Eltern, Kindern und anderen Familienmitgliedern habe ihn die Emotionen überwältigt, sagte der Politiker später. Beobachter werteten seine Äußerungen während der Messe als Eingeständnis, dass er möglicherweise die politische Bühne verlassen muss. Bei dem 57-Jährigen war im Juni 2011 ein Tumor entdeckt worden. Er betonte, der Krebs habe sich nicht auf andere Körperteile ausgedehnt, doch erklärte er nie, um was für eine Art Krebs es sich handelte.

Es wurde erwartet, dass Chavez rund fünf Wochen zur Behandlung in Havanna bleiben würde, zwischenzeitlich aber wiederholt nach Venezuela zurückkehren werde. Ihm war im März in Kuba ein bösartiger Tumor in der Beckengegend entfernt worden, wo im Jahr zuvor bereits ein Krebsgeschwür entdeckt worden war. Chávez will sich im Oktober zur Wiederwahl stellen. Es wird mit einem harten Wettkampf gegen den 39-jährigen Henrique Capriles gerechnet, der bei einer Vorwahl als gemeinsamer Kandidat der Opposition bestimmt worden war.


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